Für die erste Landung des «Dreamliner» auf dem Flughafen Zürich sind viele Aviatik-Fans früh aufgestanden. Rund 200 bis 300 Zuschauer kamen am Montagmorgen auf die Zuschauerterrasse, um die neue Maschine zu sehen.

Wie eine Sprecherin des Flughafens auf Anfrage sagte, bildete sich eine lange Schlange vor der Terrasse. Viele der Spotter dürften die Landung dann aber doch verpasst haben, da der «Dreamliner» statt um 6:30 Uhr bereits zwanzig Minuten früher landete.

Weil die Boeing 787 an ihrem Premieren-Tag extra an einem anderen Dok abgefertigt wurde, konnten jene, welche für die Landung zu spät kamen, die Maschine aber doch noch eingehend aus der Nähe bestaunen. Um 11:20 Uhr fliegt der «Dreamliner» der Qatar Airways wieder nach Doha zurück.

Weniger Gewicht, weniger Lärm

Von aussen ist das neue Flaggschiff der Boeing allerdings nicht so aussergewöhnlich wie etwa der doppelstöckige Airbus A380. Die Boeing 787 ist deutlich kleiner, begeistert die Flugzeug-Fans aber durch ihre Leichtbauweise.

Die Maschine soll durch das geringere Gewicht deutlich weniger Kerosin verbrauchen als andere Maschinen und entsprechend auch weniger Lärm verursachen.

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Der «Dreamliner» wird ab dem 1. Februar täglich die Strecke Zürich-Doha bedienen. Bis dann wird noch auf der Hälfte der Verbindungen der Airbus A330 eingesetzt.

Dreamliner startet mit Pannenserie

Der «Dreamliner» sorgte bereits für viele, allerdings wenig positive Schlagzeilen. Vergangene Woche gab es eine Serie von Pannen mit dem neuen Boeing-Flugzeug. So meldete die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways einen Riss im Cockpit-Fenster, aus dem Triebwerk auslaufendes Öl, Schwierigkeiten mit Bremsen sowie einen Brand an Bord eines leeren Flugzeugs.

Die Pannen riefen auch die US-amerikanische Luftaufsichtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) auf den Plan. Sie leitet am Freitag eine umfassende Untersuchung von Design und Montage des Riesenflugzeugs ein. «Das Flugzeug ist nach unserer Einschätzung aber sicher», sagte FAA-Chef Michael Huerta dabei.

Für den US-amerikanischen Flugzeugbauer stellt die Pannenserie und die FAA-Untersuchung dennoch einen Rückschlag dar. Boeing-Chefingenieur Mike Sinnett hatte am Donnerstag das nach Listenpreis gut 200 Millionen Dollar teure Vorzeigemodell des Konzerns verteidigt.

Batterie kann Feuer fangen

Einige Experten stimmen Boeings Einschätzung zu, dass es sich bei den technischen Problemen um normale Anfangsschwierigkeiten neuer Flugzeugtypen handelt. Von anderer Seite wird dagegen ein Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit befürchtet.

Boeing setzt im «Dreamliner» auf eine neue Lithium-Ionen-Batterien-Technologie statt auf traditionelle Hydraulik-Systeme. Dadurch wird das Gewicht reduziert, allerdings können die Batterien bei Überhitzung offenbar auch Feuer fangen.

Boeing hatte den «Dreamliner» nach jahrelanger Verzögerung Ende 2011 an den Start gebracht. Ende 2012 hatten der US-amerikanische Konzern 848 Maschinen des Typs verkauft und 49 davon bereits ausgeliefert.

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(jev/aho/sda)