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Betrug
Drei Deutsche-Bank-Händler auf der Flucht

Deutsche Bank: In Korea ein Milliardenloch verursacht. Keystone

Händler der Deutschen Bank haben vor über fünf Jahren ein Milliardenloch am koreanischen Markt verursacht. Dafür wurde die Bank verurteilt, von den Tätern fehlt aber jede Spur.

Veröffentlicht am 26.01.2016

Die südkoreanische Brokersparte der Deutsche Bank und einer ihrer Mitarbeiter wurden schuldig gesprochen, Aktienkurse im November 2010 manipuliert zu haben. Dadurch war eine Talfahrt ausgelöst worden, die am Aktienmarkt des Landes 28 Billionen Won (23,6 Milliarden Franken) auslöschte.

Der 43-jährige Banker wurde zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt und sein Arbeitgeber Deutsche Securities Korea wurde eine Geldbusse von 1,5 Milliarden Won (1,3 Millionen Franken) auferlegt, entschied Richter Shim Gyu Hong in Seoul. Der Name des Bankers wurde vor Gericht nicht genannt. Die Deutsche Bank hatte mit den Transaktionen einen Gewinn von 44,8 Milliarden Won gemacht, die von den Ermittlungsbehörden eingezogen werden.

Verkauf in Milliardenhöhe

«Die Deutsche Bank nimmt die Entscheidung des Gerichts betreffend der koreanischen Tochter respektvoll zur Kenntnis», erklärte Michael West, ein Sprecher der Muttergesellschaft in Hongkong, in einer Stellungnahme per E-Mail. «Die Deutsche Bank hat ihre Systeme und Kontrollen verstärkt und steht überzeugt hinter der Befolgung der entsprechenden Gesetze und Regulierungen in allen Jurisdiktionen und will einen positiven Beitrag zur Entwicklung der koreanischen Finanzmärkte leisten.»

Der Ausverkauf fand am 11. November 2010 statt. In den letzten zehn Handelsminuten sackte der Kospi 200 Indexum 2,8 Prozent ab als Auswirkung der Derivate-Positionen, die der südkoreanische Banker und drei seiner Kollegen in Hongkong eingegangen waren. Die drei Händler in Hongkong verkauften Aktien im Volumen von 2,44 Billionen Won (2,05 Milliarden Franken), wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Verschwundene Händler

Von den drei Händlern aus Hongkong – die britischer, französischer und australischer Nationalität sind – fehlt jede Spur, erklärte ein südkoreanischer Staatsbediensteter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Haftbefehle seien ausgestellt worden. Die Staatsanwaltschaft kooperiere mit den Behörden in Hongkong und den Herkunftsländern, um die Banker ausfindig zu machen, fügte er hinzu.

(bloomberg/ise)

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