Nach der Berufung der früheren US-Aussenministerin und Bush-Vertrauten Condoleezza Rice in den Dropbox-Verwaltungsrat prasselt ein Sturm der Entrüstung auf den Datenspeicherdienst nieder. «Auf Wiedersehen», erklärten am Donnerstag mehrere Nutzer im firmeneigenen Diskussionsforum.

«Ich werde meinen Account kündigen.» Mit der Ernennung habe Dropbox bewiesen, dass das Unternehmen absolut kein Interesse am Datenschutz habe, schrieb ein Nutzer.

Hitler-Vergleiche

Dies waren noch die harmlosesten Äusserungen; andere Kommentatoren griffen zu Hitler-Vergleichen oder verlangten eine Gefängnisstrafe für Rice. Sie war vor ihrer Zeit als Aussenministerin in der Regierung von George W. Bush seine Nationale Sicherheitsberaterin. Rice gilt als mitverantwortlich für den Ausbau des staatlichen Überwachungsapparats nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Dropbox-Mitgründer Drew Houston hatte am Mittwoch im Firmenblog die Personalie verkündet: «Wir sind stolz darauf, Dr. Condoleezza Rice in unserem Verwaltungsrat begrüssen zu dürfen.» Sie soll demnach helfen, die weltweite Expansion voranzutreiben. Houston verwies unter anderem auf ihre Tätigkeit in den Verwaltungsräten des Computerbauers Hewlett-Packard und der Finanzfirma Charles Schwab.

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(sda/chb)