Marcel Ospels Tage als VR-Präsident der grössten Schweizer Bank sind gezählt. Je tiefer der Aktienkurs sinkt, desto lauter werden die Stimmen, die Ospels Rücktritt fordern. «Alles ist besser als der Status quo», sagt Erwin Heri, VR-Präsident der Valartis-Bankengruppe, stellvertretend für viele. Noch deutlicher wird Dominique Biedermann von der Anlagestiftung Ethos. «Ich erwarte vom UBS-VR, dass dieser an der ordentlichen Generalversammlung im April einen anderen Namen für das VR-Präsidium vorschlägt», bekräftigt Biedermann seine Haltung. Auch Herbert Brändli, Präsident der Sammelstiftung Profond, fordert offen die Demission von Marcel Ospel. «Mit seinem Rücktritt kann Herr Ospel ein Signal setzen, dass die UBS das Problem ernst nimmt und tatsächlich lösen will.»

Und Hans Geiger, Professor am Swiss Banking Institute der Uni Zürich, ist überzeugt: «Mittelfristig wird es bei der UBS mit grosser Sicherheit zu einem Wechsel an der VR-Spitze kommen.» Gleichzeitig warnt er: «Im Moment braucht es Herrn Ospel noch an der Verwaltungsratsspitze, das zeigt nur schon der Umstand, wie schnell er die Kapitalgeber aus Singapur gewinnen konnte. Wenn es jetzt schon eine Ablösung gäbe, würde der Nachfolger allenfalls bei weiteren Überraschungen ebenfalls diskreditiert, was unbedingt vermieden werden muss.» Vorsichtig gibt sich Peter Voser, Finanzchef bei Shell und UBS-VR, der als möglicher Ospel-Nachfolger genannt wird. Im Interview lehnt er eine Stellungnahme zur Personalfrage ab.

 

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