Wer hier noch die Übersicht hat, verliert sie garantiert: Vielflieger-Programme gibt es von Aeroflot Bonus bis WorldPerks von North-west (das ab 2010 Skymiles Medallion heisst). Reisemagazine versuchen, Pfade in diesen Dschungel zu schlagen, und vergleichen regelmässig die Vor- und Nachteile. Wichtigste Kriterien sind die Formen, mit denen Meilen gesammelt werden können, das Verhältnis von eingenommenen Meilen zu Flugprämien sowie die Wahlmöglichkeiten, Meilen überhaupt wieder ausgeben zu können.

Der Reisedienst Travel4Miles beispielsweise hat die Anzahl der Airline-Programme erhoben. Heute können Meilen auch durch Online-Shopping oder mit dem Kauf von Gummibären gesammelt werden. Die meisten Partnergesellschaften hat Continental OnePass mit 151, gefolgt von American Airlines AAdvantage mit 133 und Delta Skymiles mit 115. Miles & More, das Produkt von Lufthansa (inklusive Swiss), landet mit 113 Partnern im Mittelfeld. Flying Blue, das Angebot von Air France-KLM (inklusive Alitalia), mit 96 Part-nern am Ende der Top-Ten-Liste.

Statusmeilen besser als Prämien

Allerdings unterteilen die Airlines sehr genau zwischen Meilen, die über irgendwelche Käufe erworben werden (Prämienmeilen), und solchen Meilen, die bei ihnen durch Flüge gesammelt wurden (Statusmeilen). Nur diese Statusmeilen führen zu den begehrten Silber- und Goldkarten, die dann den Zugang zu Lounges öffnen. Man kann sich also nicht Gummibären kauend zum Senator qualifizieren. Bei Miles & More ist das Sammeln von Statusmeilen laut Travel4Miles über total sieben Fluggesellschaften möglich, bei Flying Blue ebenfalls und bei Continental One Pass sind es elf.

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Auch die umgekehrte Sicht ist möglich - wer bei der Hotelkette Starwood sammelt, kann sich die Meilen bei einem der insgesamt 24 angeschlossenen Programme gutschreiben lassen. Bei Marriott sind es 21, bei Hilton noch elf und bei Hyatt hält sich dann die Qual der Wahl mit sechs schon in Grenzen.

Umstritten ist immer der Vergleich, wie grosszügig Vielflieger-Programme sind. Etwa Rewards-4all, das Angebot der englischen Flybe, weist darauf hin, dass es vier teure Economy- bzw. Business-Reisen braucht, um zu einem Freiflug zu kommen. Beim Diamond Club von BMI, die von Lufthansa gekauft wird, sind es ebenfalls vier Flüge, beim Executive Club von British Airways bereits neun.

Selbst innerhalb von Allianzen sind die Unterschiede beträchtlich. Das kann dann eine Rolle spielen, wenn ein Vielflieger gelegentlich nach Kanada muss und die Wahl zwischen Miles & More oder Aeroplan von Air Canada hat. Wer sich die Meilen bei den Kanadiern gutschreiben lässt, ist bereits mit 35000 Meilen auf dem begehrten Goldstatus. Bei Miles & More sind knapp dreimal mehr nötig. Allerdings zeigen die Umrechnungsverhältnisse - je nach Ticketkategorie -, dass es einfacher ist, mit Miles & More Meilen zu sammeln als mit Aeroplan, weil hier ganz billige Flüge gar keine Punkte einbringen. Aber auch Miles & More ist auf Sparkurs und hat in diesem Jahr die Upgrade-Voucher, die (auch) als Geburtstags-geschenke an die besten Kunden angegeben wurden, im Zuge einer «Anpassung der Leistungen» gestrichen, wie es heisst. Als Ersatz kommt jetzt ein digitaler Bilderrahmen für 34 Euro (Zollwert).

Tipps zum einfacheren Einlösen

Auch wenn ein Passagier alles richtig gemacht hat und seine Meilen dann für einen Flug einlösen möchte, sind oft an den gewünschten Daten keine Sitze mehr frei. Dann lohnt sich immer ein Anruf bei der Service-Hotline: Verbunden mit der Bitte, zunächst die Zahl der verfügbaren Plätze, also auch zum Kaufen, anzugeben. Oft sind in der Business Class bei grossen Langstrecken-Flugzeugen nämlich noch Dutzende von Sitzen, die noch frei gehalten werden. Anstelle zeitlicher Flexibilität kann dann auch der Hinflug in einer anderen Klasse als der Rückflug gekauft werden. Und relativ kurzfristig sagen Gruppen ab, weil zum Beispiel Kongresse ausfallen.

Von Einkäufen mit Meilen ist übrigens dringend abzuraten - so werden Passagiere ihre eingeflogenen Meilen sehr teuer los.

Eine Übersicht über die Chancen, generell bei bestimmten Programmen freie Plätze zu ergattern, geben die einschlägigen Internetseiten wie Web-Flyer. Hier liegt gegenwärtig (Stand per Mitte August 2009) die Wahrscheinlichkeit, ein Upgrade bei Flying Blue zu ergattern, bei 5%. Bei Finnair Plus der Suomis sind es bereits 25%, bei Iberia Plus der Spanier 44% und bei Miles & More von Lufthansa und Swiss 59%. Mit ziemlich leerer Business Class ist momentan offenbar Thai Airways unterwegs - hier haben die Kunden eine Chance von 63%, ihren Sitz in der «Holzklasse» mit einem komfortablen Geschäftssessel einzutauschen.

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