Die Beteiligungsfirma BB Biotech gerät zunehmend in die Defensive: Am Freitag platzte die Privatbank Vontobel mit einem Communiqué heraus, das den BB-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot ankündigte. Nun haben Recherchen der «SonntagsZeitung» ergeben, dass gegen BB Biotech und deren Verwaltungsratspräsidenten Thomas Szucs eine Zivilklage in den USA eingereicht wurde.

Klägerin ist die US-Beteiligungsgesellschaft Orbimed, die mit ihren verwalteten Vermögen von über 5 Milliarden Dollar zu den grössten Investoren im Gesundheitssektor gehört. Orbimed zufolge habe Szucs zunächst mit Orbimed über ein Finanzierungsprojekt verhandelt – und zwar für den in Wien kotierten Impfstoffhersteller Intercell. Kurz vor Geschäftsabschluss sei Orbimed darüber informiert worden, dass Intercell die Transaktion über insgesamt 25 Millionen Dollar mit einem anderen Partner durchführe – mit BB Biotech. Pikant: Thomas Szucs amtet sowohl bei BB als auch bei Intercell als VR-Präsident.

Orbimed behauptet in ihrer Klage, Szucs habe seine Doppelrolle ausgenutzt und vertrauliche Informationen, die in den Verhandlungen mit Orbimed erarbeitet worden seien, an BB weitergegeben. Die US-Beteiligungsfirma, eine Mitbewerberin von BB, reichte am 24. Mai am New York State Supreme Court die Klageschrift ein. Sie fordert von BB und Szucs Schadenersatz in noch unbekannter Höhe.

BB Biotech weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück: «Für diese Klage wurde ein spezieller Ausschuss des Verwaltungsrats gebildet», heisst es, «dieser erachtet die Klage als haltlos und schätzt ihre potenziellen Auswirkungen auf BB Biotech als unerheblich ein.» Zudem lege der Ausschuss, dem VR-Vize Clean Meanwell und VR-Mitglied Erich Hunziker angehören, Wert auf die Klarstellung, dass «Thomas Szucs in die Investition von BB Biotech in Intercell nicht involviert war».

(vst)

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