Kommende Woche, am 17. März, wird Huber+Suhner über ihr Jahresergebnis berichten. Die wichtigsten Eckdaten sind bereits vor zwei Monaten bekannt gegeben worden: Der Umsatz stieg von 732 auf rund 760 Mio Fr. Der Analystenkonsens erwartet einen Umsatz von 765 Mio Fr. und einen Betriebsgewinn von knapp 87 Mio Fr., was einen neuen Rekordgewinn bedeutet.

Bestelleingänge sind rückläufig

Allerdings schwächte sich bereits der Auftragseingang im 4. Quartal um 4% ab, und die wichtigsten Konkurrenten melden stark rückläufige Ordereingänge seit dem Jahresanfang. Die wichtigste Sparte ist die Hochfrequenztechnik. Auf diese Sparte entfallen rund 45% des Umsatzes. Bei der Niederfrequenz werden rund 40% erwirtschaftet, und die Fiberoptik-Sparte kommt auf rund 15% des Umsatzes.

Huber+Suhner beliefert Branchen, die jetzt stark unter Druck sind (Automobil, Solar), und andere, die wie der Telecomsektor eine gespaltene Entwicklung zeigen (Ausbau des Festnetzes, Zurückhaltung bei Mobilkommunikation). Deshalb spürt das Unternehmen die abrupte Abkühlung der Weltwirtschaft. Der sich abschwächende Auftragseingang war der Grund für eine im Februar gemeldete Stellenreduktion um 100 Positionen vor allem im Bereich Hochfrequenz. Hier stagniert der Umsatz bereits seit zwei Jahren.

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Bahn gleicht Autoschwäche aus

«Huber+Suhner spürt im Hochfrequenzbereich die Zurückhaltung der Mobilkommunikations-Netzbetreiber, im Niederfrequenzbereich gleichen sich die Schwäche im Automobilbereich und das besser laufende Bahngeschäft etwas aus», meint ZKB-Analyst Richard Frei. Und auch bei Fiberoptik rechnet Frei nicht mit einem Abschwung, zumal der Ausbau der Datennetze auf den schnellen DSL-Standard VDSL weitergeht und Huber+Suhner hier wichtige Steckverbindungen herstellt. Für das laufende Jahr erwartet Frei einen Rückgang des Umsatzes um mindestens 5%, der Betriebsgewinn dürfte vom Margenrückgang unter 10% (von geschätzten 11,7%) gedrückt werden.

Auf Stufe Reingewinn - dieser ist etwas unberechenbarer als das operative Geschäft, weil hier noch Finanzgewinne und Währungsveränderungen einfliessen - rechnet Frei mit einem Rückgang um rund 20% auf noch 56 Mio Fr. «2009 wird für das Unternehmen auch deshalb ein sehr anspruchsvolles Jahr, weil man 2008 die Kostenbasis noch deutlich erhöht hat», sagt Helvea-Analyst Reto Amstalden. «Das Unternehmen muss jetzt einiges machen, um das zu korrigieren.» Er rechnet mit einem Rückgang der Betriebsgewinnmarge auf 8% und einem Umsatzrückgang um 9%. Gleich um ein Drittel dürfte der Reingewinn einbrechen - «denn jetzt hat das Unternehmen den stärkeren Franken gegenüber dem Euro und den rückläufigen Auftragseingang gegen sich».

Amstalden erwartet für dieses Jahr ein schwach laufendes Solargeschäft in Europa. «Kleinanleger werden wohl erst nach der 1. Jahreshälfte realisieren, wie schwach dieses wirklich läuft, und auch im Telekommunikationsbereich sind die Preise unter Druck.» Stabil dürfte das Geschäft mit Kunden aus dem Transportsektor ausfallen und auch die Investitionen in Glasfasernetze sowie im Infrastrukturbereich wirken stabilisierend. Einen grösseren Arbeitsplatzverlust erwartet Amstalden nicht.

Beide Analysten machen ihre Prognose auch vom Unternehmen selber abhängig - und davon, ob man einen Jahresausblick abgeben wird. Ein Sprecher von Huber+Suhner verwies auf Anfrage auf die Bilanzmedienkonferenz - vorher lässt man sich nicht in die Karten blicken.