Der Reisedetailhändler Dufry will offenbar gemeinsam mit dem katarischen Staatsfonds QIA ein Gebot zur Übernahme des italienischen Konkurrenten World Duty Free (WDF) abgeben. Gemäss einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters läuft die Angebotsfrist für WDF bis Ende März 2015. Als weitere Bieter werden in der Meldung die südkoreanische Lotte-Gruppe sowie die chinesische Sunrise Duty Free genannt.

Dufry-Sprecher Renzo Radice wollte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP die entsprechende Meldung nicht kommentieren. Anlässlich der Jahresmedienkonferenz vom 12.März hatte Dufry-CEO Juliàn Diaz aber das Interesse seines Unternehmens an einer Übernahme von WDF grundsätzlich bestätigt. «World Duty Free ist für Dufry aufgrund seiner geographischen Präsenz sehr interessant», sagte Diaz.

Geringeres Risiko

An der Börse wirft die Meldung bislang keine grosse Wellen. Bis 9:45 Uhr gewinnen die Dufry-Aktien knapp 1 Prozent auf 134,40 Franken. Verschiedene Analysten beziehen aber in Kommentaren Stellung zur neuen Option.

Ein gemeinsames Vorgehen von Dufry und QIA würde die Finanzierung der Übernahme für Dufry erleichtern und das Risiko einer Kapitalerhöhung reduzieren, so ein Deutsche-Bank-Analyst. Eine Vereinbarung könnte eine volle Übernahme durch Dufry zu einem späteren Zeitpunkt beinhalten; bereits bei Hellenic Duty Free sei Dufry bei der Akquisition mehrstufig vorgegangen. Fragezeichen setzt der Experte aber mit Blick auf die hohe Bewertung von WDF und die Möglichkeiten der Synergienutzung ohne volle Integration.

Anzeige

Vontobel: Falscher Zeitpunkt

Vontobel-Analyst René Weber hält ein gemeinsames Angebot für eine interessante Option. Allerdings sei der Zeitpunkt aber für Dufry falsch, zumal die Gesellschaft mit der Integration von Nuance beschäftigt sei. Zudem habe die südkoreanische Lotte-Gruppe tiefe Taschen und sei damit beim Bieten um den Anteil von 50,1 Prozent der Benneton-Familie an WDF im Vorteil.

(awp/tno/ama)