Insurance-Linked Securities (ILS) – auf Deutsch Versicherungsverbriefungen – sind festverzinsliche Wertpapiere mit fixer Laufzeit. Diese Anleihen werden vornehmlich von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen ausgegeben, um sich gegen seltene, aber äusserst grosse Schadensereignisse abzusichern. Die Investoren übernehmen dabei ein Risiko, das sich auf ein klar definiertes Versicherungsereignis bezieht, wie zum Beispiel ein Erdbeben in Kalifornien. ILS bieten einen Zinssatz, der sich aus zwei Teilen zusammensetzt: Einer Geldmarkt-Zinskomponente (Libor) und einer «Spread»-Komponente für das eingegangene Risiko.

Entstehung einer ILS

Eine ILS wird nicht direkt vom Sponsor, beispielsweise einer Versicherungsgesellschaft, emittiert, sondern von einer speziell für die Transaktion gegründeten Zweckgesellschaft. Der Sponsor unterhält lediglich mit dieser Zweckgesellschaft einen Rückversicherungsvertrag, welcher die Kriterien für eine allfällige Auszahlung des Kapitals klar definiert. Das von den Investoren einbezahlte Kapital wird von dieser Zweckgesellschaft hinterlegt und in Staatsanleihen oder andere sichere Anlagen investiert. Der Sponsor bezahlt der Zweckgesellschaft eine Prämie für den Rückversicherungsvertrag, welche an den Investor weitergereicht wird. Somit ergibt sich für den Investor eine Zinszahlung aus zwei Komponenten: Geldmarktsatz (Libor) und Spread.

Ein grosser Vorteil dieser Struktur ist, dass es weder für die Investoren noch für den Sponsor ein Kreditrisiko gibt. So erhält die Versicherungsgesellschaft einen Rückversicherungsschutz, bei welchem die Limite bereits voll einbezahlt und somit hinterlegt ist. Das Investment ist sicher in der Zweckgesellschaft hinterlegt, auch wenn der Sponsor während der Laufzeit zahlungsunfähig werden sollte.

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Bei einer Investition in eine einzelne ILS ist das gesamte inves tierte Kapital einem Ereignisrisiko ausgesetzt. So kann zum Beispiel das Erdbeben in Kalifornien zu einem kompletten Ausfall der Anleihe führen. Entscheidend ist daher, nicht in einzelne solcher Wertpapiere zu investieren, sondern in ein breit diversifiziertes Portfolio oder in einen Fonds mit verschiedenen Risikoquellen. Dadurch kann das Verlustrisiko aus einem einzelnen katastrophalen Ereignis im Rahmen des Portfolios minimiert werden. Zu diesem Zweck werden verschiedenste Anleihen, welche unterschiedliche Versicherungsrisiken von mehreren Sponsoren und mit einer breiten geografischen Verteilung umfassen, zu einem ausgewogenen und gut diversifizierten Portfolio kombiniert.

Liquidität ist gestiegen

Der Markt für ILS ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Gleichzeitig hat sich ein solider Sekundärmarkt um diese Anleihen entwickelt. Dadurch können Portfolios aufgebaut und bei Bedarf auch liquidiert werden. Konservative ILS-Fonds, welche in die Obligationen-Quote alloziert werden, bieten mindestens monatliche oder gar tägliche Liquidität.

Entscheidet sich der Anleger für eine Investition in ein Portfolio aus Insurance-Linked Securities, so kommt er in den Genuss von folgenden Vorteilen:

• Stabile und attraktive Renditen Nachhaltige Renditen über dem Geldmarktsatz.

• Tiefe Duration ILS sind als Flating Rate Notes konzipiert; der Geldmarktsatz, welcher einen Grossteil der Rendite ausmacht, wird laufend angepasst. Es besteht kein relevantes Zinsrisiko.

• Geringe Korrelation zu anderen Anlagekategorien Die Rendite von ILS ist nicht in Korrelation zu Aktien und Obligationen.

Das richtige Timing

Durch die Beimischung eines ILS-Fonds in ein bestehendes Depot lässt sich das Rendite-Risiko-Profil eines Portfolios weiter optimieren. Der Einstiegszeitpunkt kann aufgrund der Renditeentwicklung frei gewählt werden, wobei der Anlagehorizont meist drei bis fünf Jahre betragen sollte. Im aktuellen Marktumfeld dürfte sich eine Investition zu Lasten der Schweizer Franken Obligationen auf jeden Fall lohnen.