Die Nachwirkungen der Finanzkrise schwächen sich zwar langsam ab. Doch herrscht weiterhin Unsicherheit, jüngst ausgelöst durch die Sorgen über staatliche Ausfallrisiken. Angesichts starker Kursschwankungen an den Aktienmärkten bleiben Anleger bei allem Optimismus skeptisch und streben heute eine Diversifikation innerhalb ihres Portfolios an, um ein Gegengewicht zu den Risiken bei einem neuerlichen Einbruch der Aktienmärkte zu schaffen. Gleichwohl erwarten sie weiterhin eine Rendite, die Geldmarktanlagen überlegen ist.

Es stellt sich also die Frage, welches Investment in stark volatilen Märkten und einem von niedrigen Zinsen geprägten Umfeld die Risiken einer Anlage mindern kann, ohne das Renditepotenzial aufzuzehren. Volatilität, welche sich als Anlageklasse zunehmend an Beliebtheit erfreut, ist hier eine Option. Sie wird gemeinhin dazu genutzt, die Renditen eines Aktienportfolios, mit denen sie negativ korreliert ist, zu verbessern.

Volatilitätsindizes werden gewöhnlich als Marktindikator genutzt und reflektieren die Stimmung der Anleger, etwa bei Unsicherheit über zukünftige Marktbewegungen oder bei Erwartung eines Crashs: Je unsicherer die Anleger, umso höher die Ausschläge des Index.

Daher weisen Volatilitätsindizes in Marktkrisen zumeist eine sehr gute Performance auf. Anfang 2000 beispielsweise verharrte die Volatilität auf vergleichsweise niedrigem Niveau; ihr Markt war weniger liquide und recht intransparent, der Handel von Volatilität eine komplexe Angelegenheit. Die grossen Marktbewegungen der vergangenen Jahre haben allerdings dazu geführt, dass die Volatilität ein Allzeithoch erreichte und vermehrt Aufmerksamkeit auf sich zog.

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Bandbreite ist gewachsen

Das Spektrum der Volatilitätsindizes ist deshalb ebenso gewachsen wie die Bandbreite an volatilitätsbasierten Produkten. Dadurch hat sich Volatilität zu einer echten Anlageklasse entwickelt. Heute sind Volatilitätsindizes wie der VIX, der VSTOXX oder der VDAX börsennotiert und handelbar. Der VIX Index, einer der am meisten beachteten Indizes, misst die implizite Volatilität der S&P-500-Index-Optionen. Vielfach als «Angstbarometer» bezeichnet, bildet er die Markterwartungen für die Volatilität über die nächsten 30 Tage ab.

Fonds für Privatanleger

Ursprünglich vor allem als Absicherungsinstrument eingesetzt, entwickelte sich Volatilität dann aber zu einem Diversifikationsinstrument für Aktienportfolios. Ziel ist es dabei, einen möglichen Rückgang der Aktienmärkte durch eine Wette auf den genau umgekehrten Effekt zu kompensieren.

Retrospektive Berechnungen von Morgan Stanley zeigen, dass im Zeitraum von 2001 bis 2010 ein Investment in Volatilität in Höhe von 5% eines in Aktien des Eurostoxx 50 investierten Portfolios eine Rendite von 6,5% (nach Transaktionskosten) gebracht hätte, verglichen mit -3,6% ohne die Volatilitätskomponente. Am deutlichsten wird der Vorteil zusätzlicher Volatilität in einem Portfolio bei einem Marktcrash bzw. in Phasen turbulenter Marktbewegungen.

Die gängigste Variante zum Aufbau einer Volatilitätsposition ist der Einsatz von Variance Swaps. Aufgrund ihrer Komplexität werden sie allerdings vorrangig von institutionellen Anlegern genutzt. Für Privatanleger gibt es eine wesentlich einfachere Alternative in Form verbriefter Produkte, beispielsweise aktiv oder passiv gemanagte Fonds, die Volatilität als Basiswert nutzen. Diese Fondsstrukturen verschaffen Anlegern leichten Zugang zu Volatilität als Anlageklasse, verbunden mit der zusätzlichen Sicherheit eines regulierten Marktes.