Eine neuartige Immuntherapie des Schweizer Pharmakonzerns Novartis ist der Zulassung im weltgrössten Pharmamarkt USA einen wichtigen Schritt näher gekommen. Ein Expertenausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA sprach sich am Mittwoch einstimmig dafür aus, den Wirkstoff CTL019 zur Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie bei Kindern und Jugendlichen zuzulassen. Das letzte Wort hat die FDA selbst, die üblicherweise den Empfehlungen ihrer Expertengremien folgt.

Bei CTL019 handelt es sich um eine sogenannte CAR-T-Therapie. Dabei entnehmen Ärzte dem Patienten T-Zellen des Immunsystems, modifizieren sie mit dem Ziel, dass sie die Krebszellen als feindlich erkennen, und injizieren sie den Patienten zurück.

Pro Patient mehr als 500'000 Dollar

Das Immunsystem soll damit in die Lage versetzt werden, gezielt die Tumorzellen angreifen. Sollte die FDA das Präparat zulassen, könnte Novartis als erster Pharmakonzern in diesem Teilbereich der Krebs-Immuntherapie eine Arznei auf den Markt bringen – noch vor den beiden US-Biotechnologiefirmen Kite und Juno, die als führend in diesem Therapieansatz gelten.

Noch gelten die CAR-T-Therapien der drei Firmen, die pro Patient mit mehr als 500'000 Dollar zu Buche schlagen können, als letzte Option für Patienten, bei denen andere Behandlungen wirkungslos blieben. Doch immer mehr Ärzte halten den Ansatz für vielversprechend. Weltweit laufen mehr als 180 klinische Studien mit CAR-T-Therapien.

(reuters/me/jfr)