Trotz einem unerfreulichen 4. Quartal erreichte die europaweit tätige Hupac-Gruppe im gesamten Geschäftsjahr 2008 noch ein Verkehrswachstum von 1,8% und ein positives Konzernergebnis. Der Gesamtverkehr, getragen durch das weiterhin starke Wachstum im nichttransalpinen Verkehr (+14,1%), erzielte ein Ergebnis von plus 1,8%. Im 1. Quartal 2009 lag das Verkehrsvolumen zwischen 20 und 25% unter Vorjahresniveau. «Die grösste Wirtschaftskrise in der über vierzigjährigen Geschichte von Hupac hat den Güteraustausch in Europa und damit auch den Kombinierten Verkehr binnen kürzester Zeit massiv redimensioniert. Hupac trägt auf ihren Shuttle-Zügen das volle Risiko der Zugauslastung und muss täglich entscheiden, ob der Betrieb ungenügend ausgelasteter Züge wirtschaftlich tragfähig ist», stellt VR-Präsident Hans-Jörg Bertschi fest.

Netzwerk aufrechterhalten

In diesem Spannungsfeld zwischen Reduzierung und Erhalt des Netzwerks setzt Hupac auf Kontinuität. «Als einer der führenden Kombi-Operateure Europas wollen wir unsere Position gerade in der Krise behaupten», unterstreicht Hupac-Direktor Bernhard Kunz. Die Anpassung der Kapazität an die gesunkene Nachfrage erfolgt in Abstimmung mit den Kunden, beispielsweise durch Frequenzreduzierungen, Gateway-Lösungen und den Abbau von Doppelspurigkeiten. Gemeinsam mit den Bahnpartnern wurde eine flexible Produktionsplanung erarbeitet, so kann der Ressourceneinsatz optimiert werden. Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnete andererseits die Qualität gemessen an der Pünktlichkeit der Züge. 2008 stieg die Pünktlichkeitsrate um 4 Prozentpunkte auf 79%. Durch die spürbar gesunkene Verkehrsdichte im Netz kletterte diese Kennzahl im 1. Quartal 2009 um weitere 6 Prozentpunkte auf 85%.

Drohender Dominoeffekt

Der massive Rückgang des internationalen Güteraustauschs in Europa um über 20% wirkt sich für den Kombinierten Verkehr besonders gravierend aus. Sinkende Volumen führen dazu, dass die Operateure ungenügend ausgelastete Verbindungen wegen der hohen Fixkosten aufgeben müssen. Das in Jahrzehnten aufgebaute europäische Kombi-Netzwerk wird ausgedünnt. Ein Dominoeffekt droht: Falls weitere Verkehre auf die Strasse abwandern, müssten noch mehr Verbindungen eingestellt werden - ein Risiko, das nicht nur Hupac, sondern den gesamten Kombinierten Verkehr in Europa gefährdet. Hans-Jörg Bertschi dazu: «Um zu verhindern, dass die gegenwärtige Krise das System des Kombinierten Verkehrs irreparabel schädigt und den Verlagerungsprozess um Jahre zurückwirft, ist ein koordiniertes Vorgehen aller Partner der Transportkette und der öffentlichen Institutionen erforderlich.» Gemeinsam mit den Bahnen hat Hupac daher ein Konjunkturprogramm gegen die Rückverlagerung auf die Strasse aufgelegt. Auf den Kernrelationen im transalpinen Verkehr gewährt Hupac einen zeitlich befristeten Konjunkturrabatt. Die Unterstützung des Kombinierten Verkehrs durch zusätzliche Verlagerungsanreize seitens des Bundesamts für Verkehr steht auch zur Diskussion.

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