Beim Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen an Österreich im vergangenen Jahrzehnt soll vom Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS einem Medienbericht zufolge ein dreistelliger Millionenbetrag in dunkle Kanäle geflossen sein. Nach Ermittlungen der österreichischen Behörden gingen insgesamt 113,5 Millionen Euro mutmasslicher Schmiergelder von EADS Deutschland an ein Netz aus Briefkastenfirmen, wie der «Spiegel» am Wochenende schrieb.

Die «Süddeutsche Zeitung» ging am Samstag noch davon aus, dass die EADS Deutschland GmbH beim Verkauf von 15 Kampfflugzeugen des Typs Eurofighter Typhoon an das österreichische Heer mit mindestens 70 Millionen Euro geschmiert worden sei.

Ermittler versuchen, das mutmasslich korrupte System zu entschlüsseln. Es gibt den Verdacht, dass in Österreich Beamte und vielleicht auch Politiker geschmiert worden sind. Entscheidungsträger auf jeden Fall.

Laut der Zeitung gibt es beim Vergleich der Listen der Verdächtigen in Österreich und Deutschland Überschneidungen bei den Namen, aber auch Unterschiede. Unter den 13 derzeit von der Münchner Staatsanwaltschaft Beschuldigten befinden sich Lobbyisten, stille Vermittler sowie einige EADS-Leute aus der mittleren Ebene, hiess es.

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Der Verkauf der Kampfjets vor zehn Jahren hatte in Österreich hohe Wellen geschlagen. Schon kurz nach dem Geschäft, das die damalige Regierung unter Kanzler Wolfgang Schüssel von der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) zu verantworten hatte, kam der Verdacht auf, dass dabei Schmiergelder geflossen waren.

(aho/chb/awp)