Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS firmiert künftig unter dem Namen Airbus und gibt sich eine neue Struktur. Das Geschäft mit Wehrtechnik und Raumfahrt wird unter einer Zentrale in München gebündelt, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Unter dem neuen Namen Airbus Defence & Space zusammengefasst werden die Raumfahrt-Sparte Astrium, der Bereich Airbus Military und das Verteidigungssegment Cassidian. Leiter der neuen Sparte wird Cassidian-Chef Bernhard Gerwert.

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Verbesserte Wettbewerbsfähigkeit

«Die strukturelle Veränderung ermöglicht einen optimierten Marktzugang, ermöglicht Kosten- und Marktsynergien und stärkt die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit», erklärte der Konzern. Während die grösste Tochter Airbus dank des zivilen Luftfahrtgeschäfts rasant wächst, machen die Sparzwänge öffentlicher Auftraggeber den Bereichen Raumfahrt und Rüstung zu schaffen. Anlass für die Überprüfung der Konzernstrategie war das Scheitern der geplanten milliardenschweren Fusion mit dem britischen Rüstungs- und Luftfahrtkonzern BAE.

Die neue Airbus Group soll damit aus drei Divisionen bestehen: aus der namensgebenden Zivilflugzeugtochter Airbus, Airbus Defence & Space sowie der in Airbus Helicopters umbenannten Sparte Eurocopter, die das zivile und militärische Hubschraubergeschäft betreibt. Die Umsetzung des Vorhabens soll zur Jahreswende beginnen.

Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen der Analysten

Umsatz und Überschuss von EADS legten im zweiten Quartal stärker zu als erwartet. Der Nettogewinn stieg auf vergleichbarer Basis um 14 Prozent auf 518 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit 466 Millionen Euro gerechnet. Der Quartalsumsatz kletterte um drei Prozent auf 13,9 Milliarden Euro. Am Markt erwartet worden waren 13,7 Milliarden Euro. Der Auftragseingang lag im ersten Halbjahr mit 96,6 Milliarden Euro 242 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Damit wuchs der Auftragsbestand von Ende Dezember bis Ende Juni um zwölf Prozent auf 634,8 Milliarden Euro.

Der Konzern bekräftigte seine Prognose für das Gesamtjahr 2013. Unter anderem rechnet EADS mittlerweile mit Aufträgen für mehr als 1000 Zivilflugzeuge, wie Verkaufschef John Leahy vor kurzem bereits Reuters gesagt hatte. EADS hat seine Bestellerwartungen damit seit Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal zweimal angehoben.

(rcv/aho/reuters)