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Quartalszahlen
Ebay auf Schrumpfkur, Paypal geht mit Umsatzplus

Ebay: Ehe mit Paypal aufgelöst.   Keystone

Kurz vor der Paypal-Abspaltung verkauft Ebay auch das Firmenkundengeschäft. Finanzinvestoren um Permira erhalten den Zuschlag. Paypal beschert Ebay zum letzten Mal ein Umsatzplus.

Veröffentlicht am 16.07.2015

Ebay kehrt zu seinen Wurzeln als Online-Kaufhaus zurück und muss den Konkurrenzkampf mit Rivalen wie Amazon künftig alleine bestreiten. Einen Tag vor der geplanten Abspaltung des lukrativen Bezahldienstes Paypal kündigte der US-Internet-Konzern auch den Verkauf seines Firmenkundengeschäfts an: Für 925 Millionen Dollar geht die Sparte an Finanzinvestoren. Das Ebay-Geschäft mit der Betreuung von Online-Shops anderer Unternehmen lahmte zuletzt.

Bei Paypal hatten Aktionäre mit dem Verweis auf bessere Zukunftsperspektiven auf einen Alleingang des Umsatzbringers gedrungen. Kurz vor dem Abschied spülte Paypal Ebay allerdings noch einmal ordentlich Geld in die Kassen.

2,4 Milliarden bezahlt, nun wieder abgestossen

Das Firmenkundengeschäft wird von einem Konsortium unter Leitung der Beteiligungsgesellschaft Permira übernommen. Die Ebay-Sparte ist auf die Entwicklung und den Betrieb von Online-Shops anderer Unternehmen spezialisiert. Doch weil immer mehr Firmen ihre Internet-Geschäfte selbst organisieren, verlor der Bereich Kunden - zuletzt den Spielzeug-Anbieter ToysRUs. Vor vier Jahren hatte Ebay noch 2,4 Milliarden Dollar für die Sparte gezahlt, die einst GSI Commerce hiess.

Icahn mischte mit

Für Paypal machte eBay im Jahr 2002 1,5 Milliarden Dollar locker und sicherte sich so den Bezahldienst schon kurz nach dessen Börsengang. Über den 1998 gegründeten Dienst können Kunden ihre Online-Einkäufe auf verschiedensten Internetseiten abwickeln. Vom 20. Juli an soll Paypal wieder an der Börse gehandelt werden, den Wert des Unternehmens schätzen Analysten auf bis zu 40 Milliarden Dollar. Vor allem Ebay-Grossaktionär Carl Icahn hatte auf eine Abspaltung des rasant wachsenden Bezahldienstes gedrungen.

Im letzten gemeinsamen Quartal bescherte Paypal Ebay noch einmal Freude: Die Netto-Erlöse stiegen im zweiten Vierteljahr um sieben Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz im Kerngeschäft «Marketplace» ging dagegen drei Prozent zurück - nicht zuletzt wegen des starken Dollar. Um Währungseffekte bereinigt erhöhten sich die Erlöse um drei Prozent.

Rentables Geschäft

Wie es nach dem Verkauf des Firmenkundengeschäfts und der Paypal-Abspaltung mit dem Ebay-Rest weitergeht, ist offen. Analysten sehen auch für die traditionellen Auktionen und Marktplätze allein eine Zukunft: Ebay werde zwar bei weitem nicht so rasant wachsen wie Paypal, sagte Gil Luria von Wedbush Securities. Es handele sich aber um ein rentables Geschäft. Unter Beobachtern wurde aber auch ein Verkauf für möglich gehalten. Als potenzielle Interessenten gelten Amazon, der chinesische Web-Händler Alibaba und Google.

Parallel zur Schrumpfkur kündigte Ebay auch einen Aktienrückkauf im Volumen von einer Milliarde Dollar an. Auch das gefiel Anlegern, Ebay-Aktien stiegen um fünf Prozent.

(reuters/chb)

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