Das Internetauktionshaus Ebay reduziert in Zürich offenbar deutlich Personal. «Handelszeitung»-Recherchen zufolge haben ein Drittel der etwa 100 Mitarbeiter die Kündigung erhalten. In einem Schreiben an das Personal hiess es zuvor «Your job is at risk» (Ihr Job ist in Gefahr). Darin kündigte die Geschäftsleitung an, dass «mindestens 10 Prozent» der Stellen wegfallen werden.

Nun wurden es anscheinend deutlich mehr. Ein Unternehmenssprecher wollte den Stellenabbau in Zürich  weder bestätigen noch dementieren.  

Die Jobstreichungen stehen im Zusammenhang mit dem globalen Sparplan von Ebay. So verkündete das Unternehmen im Januar, dass  rund 2400 Jobs wegfallen sollen. Dazu sagte ein Ebay-Sprecher: «Dies entspricht etwa sieben Prozent der Mitarbeiter über eBay Marketplaces, PayPal und eBay Enterprise hinweg.» Weitere Details gibt die Firma nicht bekannt.

Zürich überdurchschnittlich betroffen

Am Standort Zürich müssen überdurchschnittlich viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz räumen. Hintergrund für die Kostensenkungsmassnahme ist wohl die bevorstehende Abspaltung der Bezahldienstes PayPal, der bisher für das meiste Wachstum der Ebay-Segmente sorgte und zuletzt mit einem Umsatzplus von 18 Prozent glänzte. Ebays Kerngeschäft, der Online-Marktplatz, hingegen kämpft mit Problemen.

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Der Ausgliederung von PayPal ging eine Auseinandersetzung mit dem Hedgefonds-Investor Carl Icahn voraus, der eine Umstrukturierung forderte. Diesem Wunsch wird Ebay 2015 entsprechen. Zudem wurde ein Vertreter Icahns, der grösster Ebay-Aktionär ist, in den Verwaltungsrat aufgenommen. Medienberichten zufolge  prüft Ebay, die Sparte Ebay Enterprise zu verkaufen oder an die Börse zu bringen.  In Zürich betreut Ebay vor allem europäische Marketingaktivitäten.

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