Helvetic Airways wartet mit einer Premiere auf, auch wenn es letztlich ein Comeback ist. Erstmals seit der Übernahme durch Martin Ebner (65) im Frühling 2006 nimmt die Schweizer Airline den uneingeschränkten Liniendienst wieder auf: Ab dem 6. September verkehrt eine der sechs 100-plätzigen Fokker 100 einmal pro Tag von Zürich nach Bari (Italien) und zurück.

Die letzte Strecke dieser Art - die tägliche, aber defizitäre Verbindung zwischen Zürich und London - wurde wenige Wochen nach dem Einstieg des Financiers aufgegeben. Seither begnügte man sich bewusst mit saisonalen Nischen, die ein- bis dreimal die Woche angesteuert werden, um sie profitabel zu betreiben. «Insofern stellt das neue Angebot einen Quantensprung dar», erklärt Martin Ebner gegenüber der «Handelszeitung».

Kooperation mit Swiss essentiell

Dass ein Quantensprung möglich wird, hat laut Ebner drei Gründe: Erstens, dass seine Airline im Geschäftsjahr 2009/10 zum dritten Mal in Folge den geforderten Cashflow von 5 Mio Fr. geliefert hat. Zweitens: Der bis Mitte Juli vorgenommene Ausbau der Flotte von vier auf sechs Flugzeuge. In diese Expansion investiert der Besitzer 10 Mio Fr. Drittens: Eine weiter vertiefte Kooperation mit der Swiss. Die neue Destination Bari wird im Codeshare bedient. Die von Helvetic durchgeführte Verbindung verfügt zudem über eine Flugnummer der Swiss, die dieses Produkt wie ein eigenes vermarkten kann.Vorher beschränkte sich die Partnerschaft zwischen den Unternehmen darauf, dass Helvetic im Auftrag für die Swiss operiert hat. Die von der Swiss samt Besatzung, Wartung sowie Versicherung dafür geleasten Fokker 100 sind nicht mit einer Flugnummer von Helvetic unterwegs. Diese Zusammenarbeit wurde in den letzten drei Jahren sukzessive von einer auf drei Maschinen ausgebaut und ist so bis Frühling 2014 besiegelt.Aufgrund dessen konnte Helvetic bis anhin die laufenden Kosten decken; mit der vierten Fokker 100 wurde der Gewinn erwirtschaftet, so Ebner. Dies wiederum hat dazu geführt, dass Helvetic ihre Flotte aufgestockt hat, wobei die zusätzlichen Maschinen wie die verfügbare im eigenen Linien- und Chartergeschäft eingesetzt werden. Um nunmehr drei Flugzeuge selbst auszulasten, bedarf es eines Ausbaus des Streckennetzes, weil die zu füllende Kapazität von 100 auf 300 Sitzplätze verdreifacht wurde. Laut Ebner kommt es nun auf die richtige Destinations- und Partnerwahl an. «Doch für eine Bekanntgabe ist es noch etwas zu früh.»

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Nächste 18 Monate wegweisend

Und wie wirkt sich all dies auf den jährlich verlangten Cashflow von 5 Mio Fr. aus, der mit mehr Kapazität bestimmt höher ausfallen muss? Ebner antwortet: «Die nächsten 18 Monate werden darüber entscheiden.» Der Financier stellt jedoch in Aussicht: «Wenn es uns gelingt, mit sechs Fokker 100 so zu operieren wie mit vier, dann ist klar, dass unsere Profitabilität steigen wird - und dann sind auch weitere neue Flugzeuge denkbar.»