Die Staatsanwaltschaft München dämpft Hoffnungen der BayernLB auf hohen Schadenersatz von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Der von Ecclestone 2005 eingefädelte Verkauf der BayernLB-Anteile an der Formel 1 beruhe auf einem vergleichsweise hohen Preis, sagte Staatsanwalt Maximilian Engelbrecht am Donnerstag zum Auftakt des Korruptionsprozesses gegen Ecclestone. Die vom späteren Käufer CVC unterbreitete Offerte habe damals «über den bisherigen Angeboten Dritter» gelegen.

Deshalb habe der von Ecclestone bestochene BayernLB-Manager Gribkowsky seinen Vorstandskollegen den Finanzinvestor CVC auch ohne weiteres als Käufer vermitteln können, betonte Engelbrecht. Allerdings habe Gribkowsky ein ernsthaftes Interesse des konkurrierenden Investors Bluewaters und die Machtposition der Bank als Haupteigner nicht dazu «einen bestmöglichen Preis» auszuhandeln, sagte der Staatsanwalt. CVC zahlte schliesslich 830 Millionen Dollar für den 47-prozentigen Formel-1-Anteil der Bank.

Bank will bis zu 400 Millionen Dollar

Die BayernLB fordert von Ecclestone unter anderem deswegen Schadenersatz, weil er durch Mauscheleien mit Gribkowsky dafür gesorgt haben soll, dass das Institut seinen Formel-1-Anteil unter Wert verkaufte. Nach Informationen aus Finanzkreisen will das Geldhaus bis zu 400 Millionen Dollar von Ecclestone eintreiben. Er hat alle Vorwürfe und Forderungen zurückgewiesen. Auf einen Schadenersatzprozess liess es die BayernLB bisher nicht ankommen.

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Die Staatsanwaltschaft stellte für die BayernLB lediglich einen Schaden von 66 Millionen Euro fest. Zum einen hätten Gribkowsky und Ecclestone für das Bestechungsgeld 41 Millionen Euro aus den Kassen der Bank abgezweigt. Zum anderen habe die Bank vom Kaufpreis 25 Millionen Euro an Ecclestones Familienstiftung Bambino abtreten müssen, weil diese angeblich Auslagen der Formel 1 vorgestreckt habe.

Einen Nachweis sei Bambino jedoch schuldig geblieben. Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft sind in Zivilprozessen nicht bindend, aber ein wichtiger Anhaltspunkt.

(reuters/vst/sim)