«Handelszeitung Online»: Ist Ihnen der Entscheid zum Austritt aus Economiesuisse schwer gefallen?

Jean-Daniel Pasche: Es hat Diskussionen in unserem Vorstand gegeben, aber es ging ziemlich schnell. Wir haben uns nur zu einer einzigen Sitzung getroffen.

Was war der ausschlaggebende Grund?

Wir sind mit der Position und den Leistungen von Economiesuisse im Dossier Swissness nicht zufrieden. Wir erwarten eine Verschärfung des Lables «Swiss Made», um dessen Glaubwürdigkeit beizubehalten. Dazu unterstützen wir die Vorlage des Bundesrates, die 60 Prozent Schweizer Wertanteil vorsieht. Leider unterstützt Economiesuisse diese Position nicht.

Swatch-Chef Nick Hayek hat den Economiesuisse-Funktionären heute Abgehobenheit vorgeworfen. Würden Sie das unterschreiben?

Das ist seine Position und die verstehe ich. Aber das war nicht der Grund für den Entscheid unseres Vorstands.

Sind Ihnen andere Verbände bekannt, die ebenfalls unzufrieden sind mit der Position von Economiesuisse in Sachen Swissness?

Andere Wirtschaftszweige wollen auch eine Verschärfung des Lables «Swiss Made», zum Beispiel die Kosmetik- und die Waschmittelindustrie. Aber ihre Position gegenüber Economiesuisse kann ich nicht beurteilen.

Economiesuisse stand zuletzt nicht immer souverän da – zum Besipiel, als sie  ihren Film zur Abzocker-Initiative nicht veröffentlicht hat. Sind Ihnen solche Dinge auch sauer aufgestossen?

Natürlich haben wir auch über solche Punkte geredet, aber im Fokus unserer Diskussion stand die Swissness. Unser Entscheid hat mit der Minder-Initiative nichts zu tun. Wie Economiesuisse unterstützen wir den Gegenvorschlag und sind gegen die Initiative.

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