Der Job von Rudolf Ramsauer ist begehrt: «Ich bin positiv überrascht, wie viele hochkarätige Bewerber sich bei uns für die Nachfolge im Direktorium beworben haben», sagt Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer gegenüber der «Handelszeitung». «Wir sind im Selektionsprozess jetzt in der Schlussphase.» Nach einem umfassenden internen Auswahlverfahren würden die verbleibenden Kandidaten nun von einem externen Headhunter in einem Assessment-Prozess geprüft. Die Berichte darüber lägen in diesen Tagen vor und würden entscheiden, mit wem nochmals ein Gespräch geführt werde.

«Indem wir noch einen Experten von aussen beigezogen haben, kann uns später niemand vorwerfen, der Selektionsprozess sei nicht sauber erfolgt.» Bis Ende Juli sollte gemäss Bührer der Name des Kronkandidaten feststehen. «Dann wird der Vorstandsausschuss an seiner nächsten Sitzung Ende August zuhanden des Vorstands den definitiven Wahlvorschlag beschliessen.»

Dem Gremium, das den Wahlvorschlag für das Direktorium ausarbeitet, gehören neben Bührer unter anderen UBS-Präsident Marcel Ospel, Swiss-Life-CEO Rolf Dörig, Swisscom-Präsident Anton Scherrer, Rudolf Wehrli, Präsident der Branchenorganisation SGCI Chemie Pharma Schweiz, und CS-Präsident Walter B. Kielholz an.

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Nachdem der Industrieverband Swissmem und auch die Baumeister dem Wirtschaftsdachverband treu bleiben, kann der neue Direktor oder die neue Direktorin die künftige Verbandsstrategie von Economiesuisse unter positiven Vorzeichen umsetzen.


Warum Ramsauer zu Nestlé geht

Der bisherige operative Chef, Rudolf Ramsauer, hat seinen letzten Arbeitstag spätestens Ende September. «Am Tag der Wirtschaft am 7. September 2007 bin ich auf jeden Fall noch dabei», erklärt der 55-jährige frühere Handelsdiplomat, der die Ecomoniesuisse sowie die Vorgängerorganisation «Vorort» seit 1998 geführt hatte.

Seinen neuen Job bei Nestlé tritt er auf den 1. Oktober 2007 an, wo er eine Direktionsfunktion im Bereich Kommunikation und Public Affairs übernimmt. «Dabei handelt es sich um eine neu geschaffene Stelle», präzisiert Rudolf Ramsauer. «Ich bin nicht für Nestlé Schweiz, sondern für den Konzern tätig und künftig direkt Nestlé-Chef Peter Brabeck unterstellt.»

Die Details seiner künftigen Funktion würden erst noch festgelegt. «Ganz sicher kann ich aber meine langjährige internationale Erfahrung aus der Wirtschatfsdiplomatie bei Nestlé einsetzen. Das reizt mich.»

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Neue Richtlinien gegen Lohnexzesse

Economiesuisse reagiert auf Kritik an Toplöhnen

Nicht verbindlich: Mittels zehn Empfehlungen zu den Bezügen von Verwaltungsräten und dem obersten Management will der Wirtschaftsdachverband künftig Auswüchse bei den Spitzensalären verhindern. Allerdings sind die Richtlinien, die Economiesuisse nun in die Vernehmlassung geschickt hat, für die Unternehmen nicht verbindlich.

Mehr Transparenz: Die im Anhang zum vor fünf Jahren verabschiedeten «Swiss Code for Best Practice of Corporate Governance» enthaltenen Empfehlungen haben zum Ziel, die Lohntransparenz zu erhöhen und die Aktionäre bei der Festlegung der Bezüge stärker einzubeziehen.

Gegen falsche Anreize: Zentrale Forderungen von Economiesuisse sind ein leistungsgerechteres Entschädigungssystem ohne falsche Anreize und der Verzicht von Abgangsentschädigungen oder «goldenen Fallschirmen». Der Entschädigungsausschuss soll sich nur aus unabhängigen Mitgliedern zusammensetzen. Zudem muss laut dem Dachverband den Aktionären ein jährlicher Entschädigungsbericht vorgelegt werden.