Platin war bis ins 18. Jahrhundert wertlos. Die speziellen Eigenschaften des Metalls wurden erst deutlich später entdeckt. Im Zuge der industriellen Verwendung von Platin stieg der Preis sodann markant an. Im Vergleich zu anderen Edelmetallen hat Platin äusserst attraktive Eigenschaften: Gold profitiert von Krisenängsten, Silber von einer starken Konjunktur und Platin hat in beiden Fällen Gewinnpotenzial.

Aktuell ist es den Produzenten nicht möglich, so viel Platin zu liefern, wie die Welt braucht. Wir gehen davon aus, dass diese Versorgungslücke bis mindestens 2020 bestehen bleibt, da Lagerbestände praktisch nicht vorhanden sind. Entweder muss also die Nachfrage nach Platin sinken oder der Platinpreis wird wei- ter ansteigen. Die Schmucknachfrage beläuft sich auf zirka 20%, ist aber deutlich stabiler als bei Gold, da die Käufer von Platin-Schmuckgegenständen in aller Regel dem oberen, weniger preissensitiven Marktsegment angehören.

Mit über 60% machen Autokatalysatoren den Löwenanteil der Platinnachfrage aus. Aufgrund der sich weltweit verschärfenden Emissionsgesetze ist eine weitere Nachfragesteigerung absehbar. Die Marktpenetration der Autos mit Dieselantrieb, deren Katalysatoren am meisten Platin brauchen, liegt in Europa bei über 50%. Heute werden nur 30% des Platins aus Katalysatoren rezykliert, der Rest geht verloren. In den USA machen Dieselautos lediglich 3% des Marktes aus: Experten gehen aber davon aus, dass es 2015 schon 15% sein werden.

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China bald ein Dieselautomarkt

Heute besteht in China angesichts der dort ungenügenden Dieselqualität kaum ein Markt für Dieselautos, doch dürfte sich dies bald ändern, da die Luftverschmutzung zum drängenden Thema wird und das Land über kurz oder lang den äusserst strikten europäischen Emissionsstandards folgen muss. Dies wird die Platinnachfrage nochmals erhöhen. In der Industrie, in welcher eines von fünf produzierten Erzeugnissen Platin enthält, stieg die Platinnachfrage 2006 um 11%. Die Industrie absorbiert heute rund 20% der weltweiten Nachfrage.

Finanzwelt entdeckt Platin

Auch in der Finanzwelt spielt Platin eine immer bedeutsamere Rolle. Die Nachfrage nach Platinanlagen nimmt kontinuierlich zu, wie die eindrücklichen Volumenentwicklungen der ETF (Exchange Traded Funds) zeigen.

In welcher Form soll man denn nun in Platin investieren? ETF sind attraktiv und kostengünstig. Sie widerspiegeln die Preisentwicklung des Edelmetalls 1 : 1. Ob mit ETF sozusagen direkt ein Engagement eingegangen oder in Aktien von entsprechen-den Minengesellschaften investiert wird, ist letztlich von der Risiko-Rendite-Präferenz des Anlegers abhängig.

Auch die Platinproduzenten erfreuen sich angesichts der aktuellen Metallpreise auf dem Spotmarkt hoher Gewinnmargen und attraktiver Kurs-Gewinn-Verhältnisse. Rund 80% des weltweit produzierten Platins stammen aus dem Bushveld-Komplex in Südafrika. Die Fläche dieser einzigartigen Lagerstätte ist etwas grösser als die der Schweiz. Der geschätzte Wert dieser Platinreserven entspricht bei den heutigen Preisen in etwa jenem der gesamten Ölreserven von Saudi-Arabien, der Emirate sowie ganz Afrikas.