Die im Vermögensverwaltungsgeschäft tätige EFG International macht im Zusammenhang mit der Generalversammlung erste Angaben zum bisherigen Jahresverlauf 2014: Der Gewinn fiel im Rahmen der Erwartungen aus, der Neugeldzufluss am unteren Ende des Zielbandes. Ausserdem wurde das Bankhaus zu einer Busse in zweistelliger Millionenhöhe im Zusammenhang mit betrügerischen Verträgen verurteilt.

Der zugrundeliegende Gewinnbeitrag im ersten Quartal liege über dem Vorjahr und ungefähr im Bereich der Erwartungen, heisst es in der Mitteilung. Nach einem langsamen Start ins neue Jahr habe sich die Geschäftsperformance im März «deutlich verbessert». Die Ertragsmarge zeige sich robust, und die Netto-Neugelder seien positiv, jedoch am unteren Ende des Zielbands (5-10 Prozent per Anno) gelegen. Die Rekrutierung neuer Berater (CRO) sei weiterhin stark gewesen, wobei die Verbesserungen im zweiten Halbjahr 2013 angehalten und sich im neuen Jahr weiter verstärkt hätten.

Allerdings gibt sich die Bank vorsichtig bezüglich dem weiteren Jahresverlauf. Aufgrund der Markt- und der geopolitischen Unsicherheiten sei das Kundenvertrauen weiter fragil, was zuverlässige Vorhersagen hinsichtlich der künftigen Ergebnisentwicklung schwierig mache, heisst es. Man bleibe entsprechend fokussiert auf weiteres Wachstum und die Initiativen, die im Zusammenhang mit dem Jahresergebnis präsentiert worden seien.

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Busse von 21,5 Millionen Euro

Weiter vermeldet das Institut, dass es vom Handelsgericht des Kantons Zürich kürzlich unerwartet zu einer Zahlung von 21,5 Millionen Euro im Zusammenhang mit «in betrügerischer Absicht geschlossener Verträge» verurteilt worden sei. Details dazu werden in der Meldung nicht genannt. Man habe gegen dieses Urteil beim Bundesgericht Berufung eingelegt und sei bezüglich Versicherungsdeckung im Gespräch, heisst es weiter. Dennoch werde der entsprechende Betrag im H1-Abschluss (Veröffentlichung am 23.7.) «in vollem Umfang zurückgestellt».

EFG war für einen Kommentar nicht erreichbar. Die Sache ist im Geschäftsbericht 2013 als Eventualverpflichtung aufgeführt, wobei ebenfalls keine genauen Details genannt werden. Es heisst lediglich, dass die Gegenpartei von EFG die Zahlung von Schadenersatz über ca. 23 Millionen Euro plus aufgelaufener Zinsen beantragt habe.

Der Aktienkurs gibt am Freitag leicht nach: Um 10.30 Uhr liegt das Papier 1,3 Prozent tiefer bei 11,25 Franken. Die Analysten der Bank Vontobel sprechen von einer «soliden» Business-Performance in diesem Jahr, die über weite Strecken im Rahmen der eigenen Erwartungen liege. Aufgrund des erneuten Rechtsfalles - 2013 bereits musste EFG für einen Fall in Grossbritannien 15 Millionen Franken hinblättern - werde man aber die Gewinnschätzungen reduzieren müssen.

(awp/chb)