Die Berlinger &Co. AG, eine ehemalige Weberei im toggenburgischen Ganterschwil, hat sich vom textilen Bereich getrennt: Heute produziert und vertreibt das 150-jährige Familienunternehmen High-Tech-Produkte für Temperaturüberwachung und Dopingkontrollen.

Heute wird im Unternehmen mit 90 Angestellten vorwiegend mit Kunststoffen und elektronischen Komponenten gearbeitet. Die Berlinger & Co. AG hat sich auf Nischenprodukte spezialisiert: Sicherheitsfläschchen für Dopingproben und Temperaturkontrollgeräte für Impfstoffe oder andere heikle Güter.

Neu auch Software

Neu entwickelt Berlinger dazu auch eigene Software. Dieser Bereich wächst stark. Insgesamt erzielt das Ganterschwiler Unternehmen rund 20 Millionen Franken Jahresumsatz. Knapp zwei Drittel kommen aus dem Bereich Temperaturkontrollen.

1998 entstand die Tochterfirma Berlinger Special AG, die Dopingkontrollfläschchen für Urin- und Blutproben von Sportlerinnen und Sportlern herstellt und vertreibt. Seit der Fussball-WM 1998 in Frankreich kommen die High-Tech-Fläschchen aus Ganterschwil bei Sportanlässen weltweit zum Einsatz.

Manipulationssichere Fläschchen

Das System «BEREG-Kit» gilt als einfach und zuverlässig: Die Fläschchen, in denen der Urin aufbewahrt wird, lassen sich unter normalen Umständen nur durch Zerstörung des Deckels mit einem speziellen Gerät öffnen. Manipulationen am Fläschchen hinterlassen immer sichtbare Spuren.

1864 hatte Johann Jakob Berlinger die erste mechanische Weberei im Toggenburg mit 180 Angestellten in Betrieb genommen. Als die Weberei 1902 niederbrannte - Versicherungen hatte man damals noch nicht -, machten die Firmeninhaber aus der Not eine Tugend: Sie setzten fortan auf Handel und Nischenprodukte - eine Strategie, die sich bei Berlinger bis heute bewährt hat.

(sda/gku/hon)

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