Mit der Ausbreitung des städtischen Teils des Glatttals, welcher je länger, je mehr zum urbanen Kerngebiet des Zentrums Zürich zählt, wandelt sich auch der Charakter des Immobilienmarktes im Zürcher Oberland. Ein klassisches Einfamilienhausgebiet ist nur noch in den eher peripheren östlichen Gemeinden des Oberlandes anzutreffen. Der westliche Teil des Oberlandes rund um die beiden Seen verwandelt sich dagegen zum Land der Stockwerkeigentümer. Steigende Bodenpreise dokumentieren die zunehmende Rolle als Agglomerationsraum und bewirken eine Verlagerung vom Bau von Einfamilienhäusern zum Bau von Eigentumswohnungen. Mehr als zwei Drittel der gegenwärtig geplanten Wohneinheiten entfallen im westlichen Teil des Oberlandes auf diese Wohnform. Darin widerspiegelt sich ein markanter Unterschied zum benachbarten Glattal, wo der Mietwohnungsbau mit ähnlichem Gewicht die dominante Rolle spielt.

Im Gefüge der Zürcher Regionen nimmt das Oberland eine Doppelrolle ein. Viele der in Zürich oder in der Glatttalstadt Beschäftigten haben hier ihren Wohnort. Neben der Nähe zu den städtischen Arbeitsplätzen schätzen diese Pendler die attraktiven Lagen rund um den Pfäffiker- und den Greifensee. Mit seinen beiden ehemaligen Industriezentren Uster und Wetzikon verfügt das Oberland jedoch auch über eigene Arbeitsplatzzentren, die über die eigene Region hinaus Zupendler anzuziehen vermögen.

Günstige Wohnregion

Der Wohnbauboom, der seit dem Jahre 2003 das Oberland erfasst, hat das Angebot an Wohnraum spürbar ausgedehnt. Die grosse Zahl von Wohnüberbauungen lässt sich mit dem Vorhandensein von zahlreichen Industriebrachen erklären, für welche neue Nutzungen gefunden werden müssen. Der seit vielen Jahren sichtbare Strukturwandel in den Industriebranchen hat grosse Flächen zumeist in zentralen Lagen freigesetzt, die sich durch eine gute Erschliessung auszeichnen. Trotz der jüngst ausgesprochen dynamischen Nachfrage nach Wohnungen, die sowohl von Seiten der Zuwanderung als auch von saftigen Einkommensanstiegen getrieben wird, ist dennoch ein regionaler Angebotsüberhang entstanden. Dieser äussert sich in einer kontinuierlich steigenden Leerstandsziffer sowie in einer dämpfenden Wirkung auf den Anstieg der Wohnungspreise. Preise für Eigentumswohnungen sind im Oberland in den letzten acht Jahren um rund 3,1% jährlich angestiegen, was unter dem kantonsweiten Preiswachstum liegt und nicht mit dem Preisanstieg von jährlich gegen 6% in den bevorzugten Gemeinden des Kantons vergleichbar ist. Eine durchschnittliche Eigentumswohnung mit 110 m2 Fläche an mittlerer Lage kostet in Uster rund 660000 Fr. In Wetzikon ist ein vergleichbares Objekt bereits unter 600000 Fr. erhältlich. Viele mittelständische Familien, welche die Preise an den Toplagen des Kantons nicht mehr zu zahlen bereit sind, suchen und finden daher im Oberland Wohneigentum.

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Sechs S-Bahn-Linien erschliessen die einzelnen Teilregionen des Oberlandes, wobei Wetzikon mit gleich vier Linien ein hervorragendes Angebot bereit hält. Sekundiert wird das S-Bahn-Netz von einem System von Schnellstrassen. Noch ist die Oberland-autobahn allerdings nur ein Flickenteppich. Wer heute im Oberland Wohneigentum erwirbt, kann jedoch damit rechnen, dass zum Zeitpunkt eines Weiterverkaufs in 10 bis 15 Jahren die Lücken geschlossen sind und die Landpreise eine Aufwertung erfahren dürften.