Eines vorneweg: Impulse - und zwar sowohl für den Breiten- wie auch den Spitzensport - vermochte trotz seinerzeitigem Sieg im Americas Cup die Millioneninvestition Alinghi in der kurzfristig zur Segelsportnation Nummer eins gewordenen Schweiz nachhaltig nicht zu vermitteln. Das zeigt sich heute in den hiesigen Segelklubs, die im Gleichschritt mit anderen Sportarten - wie etwa Golf - zwar behutsam wachsen, aber nicht von einem Nachfrageboom sprechen. Das manifestiert sich aber auch bei jenen Schweizer Bootswerften, die ihr Schwergewicht bei der Betreuung der Segler sehen. Die Nachfrage ist nicht gewachsen, der Courant normal dominiert.

Damit kann der Schlussstrich gezogen werden: Alinghi war, das steht nach der bitteren Niederlage vor Valencia ausgerechnet am Tag der Freundschaft, dem Valentinstag 2010, fest, ein Abenteuer für Segelenthusiast und Milliardär Ernesto Bertarelli - und eine kurzweilige, fast exotische Liebesaffäre für die sportbegeisterte Schweizer Öffentlichkeit.

Die Gründe, weshalb das Interesse an Bertarellis Segelabenteuer schon vor, dann vor allem aber während den kurzen Tage von Valencia wie ein Spinnacker ohne Wind in sich zusammenfiel, spielen heute keine Rolle mehr, auch das unselige Hin und Her vor dem Richter ist Vergangenheit. Was auch, und das ist das ganz Bittere an der Februar-Austragung des Americas Cups auf dem Mittelmeer, für die beiden Boote gilt. Denn was mit den beiden Yachten passiert, ist ungewiss. Wahrscheinlich werden sie in Museen landen; das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern soll offenbar an der Alinghi-Yacht ernsthaftes Interesse bekundet haben.

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Weder Bertarellis Katamaran Alinghi 5 noch Larry Ellisons Trimaran USA dürften also je wieder gesegelt werden. Zu teuer und ihrer Grösse wegen zu kompliziert wäre ihr Einsatz. Selbst als Spielzeug weiterer spleeniger Millionäre kommen beide Boote nicht in Frage. Sie wirken, ganz extrem im Fall der «USA», auf dem Wasser ihrer hohen Geschwindigkeit wegen wie Geschosse. Unfälle wären programmiert.

Zudem sind beide Boote abgeschrieben. Über 300 Mio Fr. (einzelne Schätzungen gehen gar hoch bis zu 650 Mio Fr.) investierten Bertarelli und Ellison in ihr Abenteuer Americas Cup 2010. Das ist viel Geld, rechnet man die Gesamtkosten auf die zwei Regatten vor Valencia um. Rund 280 Minuten wurde dort gesegelt. Selbst bei Auslagen von lediglich 300 Mio Fr. ereicht der Preis pro Regattaminute 1 Mio Fr. Auch aus dieser Optik ist es kaum ein Verlust, wenn hierzulande in Zukunft das Interesse wieder, weil günstiger, anderen Sportarten gilt.