Mit dem Orlando führt Chevrolet eine Tradition fort, die vor 76 Jahren ihren Anfang nahm. Die vom Schweizer Louis Chevrolet 1911 gegründete Marke brachte 1935 das Modell Suburban auf den Markt. Dieses Fahrzeug respektive sein Konzept zieht sich wie ein roter Faden durch das Modellprogramm. In Nordamerika waren praktische Autos mit viel Platz schon immer beliebt. Der Suburban entsprach bereits damals diesen Bedürfnissen. So gesehen ist das Modell der Vorgänger der heutigen Vans oder SUV.

Ein Kind der Globalisierung

In der Schweiz wird der neue Chevrolet Orlando, mit seiner Anlehnung an das Suburban-Konzept, ab März zu einem Preis ab 26 900 Franken erhältlich sein (siehe Kasten). Er stammt aber nicht aus US-Produktion, sondern aus Südkorea, ist also ein typisches Kind der Globalisierung. Denn General Motors, die Muttergesellschaft der Marke Chevrolet, hat vor noch nicht ganz zehn Jahren die in Schwierigkeiten geratene südkoreanische Marke Daewoo übernommen. Die in Asien produzierten Fahrzeuge werden seither auf den Weltmärkten unter der Bezeichnung Chevrolet verkauft. Im Laufe dieses Jahres verschwindet deshalb auch der Markenname Daewoo auf dem Heimmarkt und wird durch Chevrolet ersetzt.

Chevrolet wurde mit der Übernahme in die Lage versetzt, Kleinwagen für die Weltmärkte zu konkurrenzfähigen Preisen zu produzieren und sich damit ein neues Segment zu erschliessen. Typische Beispiele dafür sind die Modelle Spark, Aveo und Cruze, die teilweise auf dem Schweizer Markt erhältlich sind. Diese kleineren und kompakten Wagen haben 2010 Chevrolet hierzulande ein bemerkenswertes Wachstum von 37 Prozent gebracht. Insgesamt wurden 2957 Fahrzeuge ausgeliefert. Dabei hat sich der Cruze im Segment der Kompaktlimousinen als Bestseller erwiesen.

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Orlando bietet vor allem sehr viel Platz

Mit dem Orlando erwartet Managing Director Jens Hauer für dieses Jahr einen zusätzlichen Verkaufsschub. «Die Grenze von 3000 verkauften Fahrzeugen könnte mit den kommenden Neuheiten durchbrochen werden», gibt sich Hauer optimistisch. Er ist überzeugt, dass der Orlando für den europäischen - und damit auch für den Schweizer - Markt massgeschneidert ist. Das Konzept mit grosszügigen Platzverhältnissen, Komfort und einem variabel gestaltbaren Innenraum wurde vom Urvater Suburban übernommen. Im 4,53 Meter langen und stattlichen 1,64 Meter hohen Fahrzeug haben auf drei Sitzreihen bis zu sieben Personen Platz. Dank dem variabel gestaltbaren Innenraum lässt sich nicht nur die dritte, sondern ebenfalls die zweite Sitzreihe umklappen. Dann stehen 1020 Liter Stauraum zur Verfügung. Wird nur die zweite Sitzreihe umgeklappt und die dritte als Sitzbank benutzt, finden dort zwei Kinder bequem Platz und haben auch viel Raum nach vorne. Allerdings bleibt dann im Stauraum lediglich knapp 90 Liter Platz für Gepäck.

In Sachen Sicherheit erfüllt der Amerikaner aus Südkorea ebenfalls hohe Ansprüche. Hochfeste Stähle bilden eine Art Sicherheitskäfig für die Insassen. Ausserdem schützen sie im Falle einer Kollision zwei Front-, Seiten- und Kopfairbags.

Die Konkurrenz allerdings ist stark

Der Chevrolet Orlando sieht sich im Segment der SUV und der Vans jedoch gegen 20 verschiedenen Konkurrenzmodellen gegenüber, darunter so erfolgreichen wie dem BMW X1, dem Tiguan und dem Turan von VW oder dem Ford Kuga sowie dem Nissan Qashqai. Ein grosser Vorteil des Orlando gegenüber den Mitbewerbern ist hingegen der Umstand, dass er ein neuartiges Design in das umkämpfte Segment einbringt. Schliesslich wird, wenns gefällt, auch mit dem Auge gekauft.