Das neue CTS Coupé von Cadillac hat durchaus die Eigenschaften, an die Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen. Lange war es allerdings ziemlich still um die amerikanische Luxusmarke. Denn Jahrzehnte haben die Cadillac-Verantwortlichen geglaubt, sie könnten vom einstigen Ruhm leben. Die Kundschaft sah das anders, schon gar im luxusverwöhnten Europa, wo es Audi, BMW und Mercedes leicht hatten, den amerikanischen Konkurrenten zu verdrängen. Mit Cadillac-Modellen liess sich nicht mehr repräsentieren, die Autos waren nur noch ein Schatten ihrer berühmten Vorgänger. Auch in den USA galt es inzwischen als schick, ein europäisches Oberklassemodell zu fahren. Von den aufstrebenden Märkten in Asien ganz zu schweigen.

Dann kam das niederländische Handelshaus Kroyman‘s, versprach viel und hielt wenig. Kroyman’s erhielt die Lizenz für den Cadillac-Import und versprach, bis 2012 gegen 20 000 Fahrzeuge in Europa abzusetzen. Das Projekt endete im wahrsten Sinne des Wortes in einem Totalcrash. Kroyman’s musste Konkurs anmelden. Wieder war Cadillac ungebremst gegen eine Betonmauer gefahren.

Neuanfang mit kleinem Volumen

Jetzt endlich entschieden die General Motors-Manager, die bereits fertig entwickelten neuen Modelle in eigener Regie nach Europa zu bringen. Und das mit einer möglichst schlanken Unternehmensstruktur (siehe auch Kasten zum Vertriebsnetz in der Schweiz). Nachdem in Folge der Finanzkrise GM ihr Europa-Hauptquartier in Glattbrugg ZH schlossen, zog dort die europäische Cadillac-Organisation ein. Wie Cadillac-Europa-Chef Wolfgang Schubert erklärt, habe man zum Ziel, jährlich in Europa 2000 und in der Schweiz gegen 200 Einheiten zu verkaufen. Diese Zielsetzung sei durchaus realistisch, denn man beginne mit einem kleinen Volumen. Zudem habe der Name Cadillac aller Widrigkeiten in der Vergangenheit zum Trotz in Kontinentaleuropa - nicht zuletzt in der Schweiz - immer noch einen guten Ruf.

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Das CTS Coupé wird zum Blickfang

Kernstück der neuen Cadillac-Modelle in Europa ist die CTS-Reihe mit drei Karosserievarianten. Neben dem schnittig gestylten CTS Coupé sind eine viertürige Limousine sowie ein Station Wagon (Kombi) lieferbar. Das Schwergewicht der Verkäufe dürfte laut Schubert auf dem Station Wagon liegen, weil er mit seinem grossen Stauraum besonders familientauglich ist.Aber wer wirklich etwas Exklusives, sprich einen sportlich-luxuriösen Wagen fahren will, den man nicht an jeder Strassenecke sieht, der entscheidet sich für das CTS Coupé. Die Blicke der übrigen Verkehrsteilnehmer ist ihm auf jeden Fall gewiss.Neben der CTS-Reihe bringt Cadillac den überarbeiteten SRX, einen SUV und den «Monstertruck» Escalade nach Europa.

Schubert erklärt verschmitzt: «Wenn Chrysler zu Fiat konvertiert, Ford seine Aktivitäten mit US-Autos in Europa nicht forciert, sind die Leute offensichtlich erfreut, mit Cadillac einen echten Amerikaner auf unseren Strassen zu sehen.» Schaut man auf das von den deutschen Marken dominierte Oberklassesegment, dann sind die neuen Cadillac-Modelle, allen voran das exklusive CTS Coupé mit seinem auffallendem Design und der luxuriösen Innenausstattung, allemal eine Alternative zur noblen deutschen Konkurrenz.