KENNWORT. Architektur und Industrie stellen naturgemäss hohe Anforderungen an die Oberflächen unterschiedlichster Werkstoffe. Die BWB-Gruppe, die Spezialistin für Oberflächenveredelung, hat sich die Erfüllung dieser Anforderungen zur Aufgabe gemacht. Der Oberflächenschutz von Bauteilen für Fassaden und den Fensterbau, für die Luft- und Raumfahrt oder auch für diverse Anwendungen des Maschinen- und Apparatebaus gegen chemische und mechanische Einflüsse widerspiegelt die Kernkompetenz der BWB-Gruppe.

Ein Feuer und seine Folgen

Die hoch angesetzte Messlatte im Hinblick auf Qualität und Service, aber auch die zielorientierte Unternehmensstrategie der BWB-Gruppe sind massgeblich dafür verantwortlich, dass nach der teilweisen Zerstörung der BWB-Altenrhein AG durch einen Brand Ende Juni dieses Jahres weder intern die Arbeitsprozesse noch am Markt die Auftragserfüllung empfindlich beeinträchtigt wurden. Mehr noch: Statt sich von der schwierigen Situation in die Knie zwingen zu lassen, haben sich für die BWB-Gruppe Synergien entwickelt, die zu einem weiteren Wachstum führen. Am 1. Januar 2008 übernimmt sie das Aluminium-Anodisierwerk Bürox AG mit Sitz in Büren an der Aare. Was bereits vor dem Brand in Form von Gesprächen über einen allfälligen Schritt in diese Richtung seinen Anfang genommen hatte, wurde durch die Situation der BWB-Tochter in Altenrhein positiv beschleunigt. «Durch die künftige Zusammenarbeit mit der Bürox AG befinden sich unsere Firmen in der Lage, die Kapazität auf dem Markt optimal zu koordinieren», freut sich Oliver Wunderlin, Project Manager BWB-Betschart AG und designierter Geschäftsleiter der neuen Tochterfirma Bürox AG. Der erst im Jahr 2005 fertiggestellte Neubau der BWB-Altenrhein AG verfügte über die modernste Grossteil-Anodisierungsanlage der BWB-Gruppe. Diese sicherte die Verfügbarkeit sämtlicher in Europa gebräuchlichen Anodisier- und Färbungsverfahren für Bauteile im Bereich Architektur. «Rasch stand fest, dass wir den Standort auf demselben Niveau und innerhalb Jahresfrist wieder würden aufbauen können», resümiert Wunderlin. Um Lieferengpässe vermeiden und Kontinuität in der Auftragserfüllung gewährleisten zu können, wurden die Synergien der anderen Standorte genutzt, die vorübergehend Sonderschichten einlegten. Gleichzeitig konnte die Bürox AG ins Boot geholt werden. Ein Unternehmen, das unter anderem mit ähnlichen Kernkompetenzen agiert, wie dies die BWB-Altenrhein AG tat und auch in Zukunft wieder tun wird: Dem Anodisieren und Färben von Bauteiloberflächen aus den Bereichen Architektur und Industrie. Der Wiederaufbau von Altenrhein hingegen ist schon aus Kapazitätsgründen notwendig: «Der Auftragsbestand, sowohl bei allen unseren Tochterfirmen als auch bei der Bürox AG, präsentiert sich auf einem erfreulichen Niveau», bestätigt Wunderlin.

Branche muss sich konsolidieren

Als mittelfristiges Ziel der BWB-Gruppe definiert Wunderlin das optimale Ausnützen der Synergien innerhalb der Gruppe. «Dank den verschiedenen Standorten sind wir in der Lage, die Prozesse und Aufträge durch individuelle Beurteilung und Beratung in jenes Werk zu vergeben, das den Kundenwunsch am vorteilhaftesten erfüllen kann.» Längerfristig strebt die BWB-Gruppe gemäss Wunderlin ein kontinuierliches Wachstum an. «Wir planen die Expansion in den angrenzenden EU-Raum, wo sich auch die unmittelbare Konkurrenz befindet», erläutert er die Unternehmensperspektiven und fügt an: «Aggressives Wachstum ist allerdings nicht unser Ziel; wir hegen keine Grosskonzern-Ambitionen.» Stattdessen soll die BWB-Gruppe unternehmergeführt bleiben, ihre schlanken Strukturen beibehalten und aus eigener Kraft weiterwachsen. Dies geschieht durch das Erschliessen neuer Branchen und Märkte. «Die Branche in der Schweiz muss sich konsolidieren, um im internationalen Markt bestehen zu können», so Wunderlin. «Best practice» realisiert die BWB-Gruppe auch im Hinblick auf den Ökologiegedanken. «Die BWB-Gruppe investiert seit Jahren in den Umweltschutz», informiert Wunderlin. «Wir optimieren laufend sämtliche Werkprozesse.» Nebst dem nachhaltigen Schutz von Mensch und Umwelt macht sich dies auch in finanzieller Hinsicht bezahlt: «Die Ergebnisse sind eine stetige Reduktion des Energie- und Wasserverbrauchs sowie Einsparungen von Chemikalien bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung.» Auch auf Letzteres legt die BWB-Gruppe grossen Wert. Für die gesamte Gruppe wurde vor kurzem ein einheitliches Qualitätssystem eingeführt, das auf dem Luftfahrtstandard ISO EN 9100 basiert.

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