Sie haben es gut gemeint, als Sie, lieber Pierin Vincenz, landauf, landab für Ihre Raiffeisen-Gruppe weibelten. Doch die Medien sind schonungslos - sie haben Sie im Fahrstuhl bis ganz nach oben begleitet, bis in die «Arena» neben UBS-CEO Marcel Rohner. Und führen Sie wieder nach unten. Mit immer neuen Neuigkeiten über Ihr angeblich unverschämt hohes Jahressalär, Ihre Villa und Ihre Reisen im Privatflieger - auf Firmenkosten. Bestimmt ist Ihnen der Rummel um Ihre Person langsam zu viel. Wir haben etwas für Sie: Solothurn vergibt, ein weiteres Mal seit 600 Jahren, die Stelle als Einsiedler. Ihre Wohnadresse: Verenaschlucht, Haus Nr. 4. Das Anforderungsprofil: Keine Spezialausbildung, aber Freude am Gebet und an der Einsamkeit. Handwerkliches Geschick sei von Vorteil, Enthaltsamkeit (wir meinen: mediale) ebenso. Etwas ist, trotz abgelegenem Standort, immer los: Am Wochenende kommen Spaziergänger, Jogger, Pilger vorbei. Um die Besucher zu betreuen, müsse der künftige Einsiedler eine soziale Ader mitbringen, heisst es. Die, lieber Herr Vincenz, haben Sie uns ja zur Genüge gezeigt.

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