Auf die Panikstimmung nach der Subprime-Krise reagierten antizyklisch agierende Anleger seit März 2009 mit Käufen, die den Immobilienaktienindex bis heute massiv um 140 Prozent in die Höhe schnellen liessen. Doch dies ist als eine Korrektur der vorangegangenen Panik zu werten und darf nicht als Ausgangspunkt einer neuen Börsenblase gesehen werden. Gegen eine erneute Blasenbildung spricht, dass die Benchmark das Höchst von Februar 2007 noch lange nicht erreicht, auch wenn sie im Zehnjahresvergleich eine respektable Performance von mehr als 100 Prozent erzielt hat. Demgegenüber avancierten Staatsanleihen um rund 75 Prozent, Weltaktien lagen sogar leicht im Minus.

Wichtiger aber ist die Feststellung, dass das gegenwärtige Bewertungsniveau nach allen massgebenden Kriterien als fair erscheint, wobei grosse regionale Unterschiede auszumachen sind. So weisen US-Reits gegenüber ihren Net Asset Values (NAV) einen Aufschlag von 5 bis 10 Prozent auf, was aber noch nicht als übertrieben angesehen werden kann. Die NAV erholen sich zwar zusehends von den tiefen Niveaus, die Mieten sind aber gesamthaft gesehen immer noch niedrig. Ein besonderes Problem stellt allerdings die Verschuldung im US-Immobilienmarkt dar. Diese beläuft sich auf 3500 Milliarden Dollar und muss in den nächsten 15 Jahren refinanziert werden. US-Immobilienaktien zeigten in den letzten zehn Jahren die beste Performance, gefolgt von Europa sowie Asien. Auch im laufenden Jahr zeigten US-Reits die beste Rendite. Dies könnte auch für den weiteren Jahresverlauf zutreffen. So scheint sich die US-Wirtschaft schneller als erwartet zu erholen, aber nicht so schnell, dass der Zinsdruck steigt. Vorsicht bleibt aber allemal angebracht.In Europa liegen die Börsenbewertungen der Immobilienaktien demgegenüber noch leicht unter den NAV. Diese Bewertungslücke dürfte aber nicht so schnell geschlossen werden. Auf dem Kontinent bleibt das Wirtschaftswachstum zwar deutlich positiv, schwächt sich aber ab. Auch die Nachfrage der Mieter bleibt vorderhand flau. Nur zentrale Bürolagen in London sowie gut laufende Shoppingcenters sind zurzeit heiss begehrt. Favorisiert werden sollten Immobilienaktien, die in London, Frankreich, Holland und Schweden kotiert sind. Dabei gilt das Augenmerk den Dividendenrenditen. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtrendite, trug sie doch in den vergangenen 20 Jahren rund zwei Drittel bei. In Kontinentaleuropa beträgt die erwartete Dividendenrendite knapp 5,5 Prozent und in England sowie in den USA rund 4,5 Prozent. In Asien liegen die erwarteten Dividendenrenditen zwar mit 2 bis 3 Prozent im tieferen Bereich, dafür glänzt die Region mit den besten Wachstumschancen. Über alles gesehen haben sich die globalen Immobilienaktienmärkte stabilisiert. Die Basis ist gesünder als in den frühen 90er-Jahren, haben wir es doch jetzt nicht mit einem Überangebot zu tun wie damals. Dementsprechend könnte der jetzt eingeleitete Aufwärtszyklus länger dauern als die vergangenen. Erfolgsentscheidend sind die Analyse der Unternehmen und die richtige Wahl der Einzeltitel. Das Kurspotenzial ist intakt und liegt über die nächsten zwölf Monate bei rund 10 Prozent. Dies ist leicht unter dem langfristigen Mittel von 12 Prozent.