Eigentlich hatte man bei Logitech auf eine Erfolgsstory gehofft: Im Sommer vergangenen Jahres brachte der Computerzubehörhersteller Logitech Revue auf den Markt – die Set-Top-Box für Googles Fernsehdienst Google TV. Und hoffte auf einen Kassenschlager. Weit gefehlt: 300 Dollar kostete die Box zu Verkaufsbeginn, weil aber die Nachfrage nicht stimmte, fiel der Preis auf ein Drittel davon – 99 Dollar kostete sie zuletzt. Das erhoffte dicke Geschäft zur Weihnachstzeit blieb aus.

Logitech gibt sich daher nun geschlagen: «Google TV oder das Kind von Google TV oder das Enkelkind von Google TV wird es schaffen», so Logitech-Chef Guerrino De Luca an einer Investoren- und Analystenkonferenz in New York gemäss dem Portal Broadband TV News. Die Integration von Internet und TV sei unvermeidbar. Aber dass das schon Weihnachten 2010 passiert, «eine Fehleinschätzung». Die Entscheidung, die Set-Top-Box zu vermarkten, sei ein grosser Fehler gewesen. Den 30-Millionen-Dollar-Verlust, den der Konzern im ersten Quartal schrieb, schiebt man zum Teil auch darauf. Daher verabschiedet Logitech sich nun von dem Projekt.

Doch andere Unternehmen wollen den Versuch offenbar noch wagen. In Branchenkreisen munkelt man laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der koreanische Hersteller LG daran interessiert sei, mit Google TV zusammenzuarbeiten, und schon im Winter 2012 TV-Sets präsentieren könnte. 

(laf/rcv/tno)