Eine europaweite Umfrage unter 600 Technologieverantwortlichen zeigt grossen Bedarf an einem einheitlichen Netzwerk: 76 Prozent der Befragten betrachten Konsolidierung als wichtigste IT-Aufgabe 2011. Bis 2015 steigt die Zahl mobiler Endgeräte weltweit auf über 15 Milliarden, das Datenvolumen bis 2020 sogar auf bis zu 35 Zetabyte. Das stellt an das Netzwerk immense Herausforderungen, die mit konvergenten Storage- und Datennetzen bewältigt werden können.

Im Rechenzentrum findet sich der erste Ansatzpunkt für eine Veränderung. Momentan managen IT-Abteilungen zwei oder drei parallel laufende Netzwerke: Ein Speichernetzwerk und ein Datennetzwerk. Jedes dieser Netzwerke benötigt separate Hardware und Kabel. Diese Infrastruktur verschlingt Zeit und belastet durch hohe Kosten und gewaltigen Energieverbrauch das Budget der IT-Abteilung und auch die Umwelt. Die Konsolidierung bestehender Server und Storage-Systeme mittels Virtualisierung bringt Vorteile mit sich, hat aber auch die Anforderungen an das Unternehmensnetzwerk gesteigert. Cloud Computing lässt den Datenverkehr im Unternehmensnetzwerk und auch jenseits der Firewall zukünftig zunehmen.

Ein intelligentes Netzwerk

Ein einziges, hochverfügbares Netzwerk kann so intelligent sein, dass es unterschiedliche Typen von Datenverkehr erkennt und entsprechend festgelegten Regeln bearbeitet. Das spart nicht nur Kosten und Zeit, sondert verbessert auch die Leistung des Netzwerks und reduziert die Kabelmenge. Heutzutage sind Informationen und Applikationen virtualisiert und können sich überall in der Cloud befinden. Die Netzwerkinfrastruktur muss sich dieser Entwicklung anpassen. Ethernet ist eine etablierte Netzwerk-Technologie. Traditionell verbindet sie Server im Local Area Network (LAN) und transportiert Applikationen. Das Fibre-Channel-Netzwerk hingegen übermittelt typischerweise Speicherdaten im Storage Area Network (SAN). Um das Konvergenzvorhaben umzusetzen, müssen beide Arten von Datenverkehr über ein einziges Netzwerk transportiert werden. Möglich wird dies durch Fibre Channel over Ethernet (FCoE). Dabei werden Fibre-Channel-Speicherdaten in Ethernet-Frames verpackt, sodass nun sowohl Ethernet als auch Fibre Channel-Traffic über ein und dasselbe Netzwerk laufen kann. Wenn der gesamte Datenverkehr eine gemeinsame physikalische Infrastruktur nutzt, ergeben sich erhebliche Kosteneinsparungen, etwa für Verkabelungen und Hardware, sowie eine bessere Nutzung der Ressourcen. Das klassische Ethernet hat jedoch bei der verlustfreien Übertragung und der Performance Einschränkungen. Um diese Nachteile auszumerzen, wurde das Standard Data Center Bridging (DCB), eine Art verbessertes Ethernet-Protokoll, entwickelt. Damit werden auch die hohen Anforderungen von Speichernetzwerken erfüllt.Für Effizienzsteigerung im Datacenter sorgt auch die neuartige Rechenzentrumsarchitektur Ethernet Fabrics. Diese leistungsstarke Netzwerklösung ist darauf ausgelegt, die Auslastung des Netzwerks zu verbessern, die Verfügbarkeit der Anwendungen zu maximieren, die Skalierbarkeit und Flexibilität zu erhöhen und die Netzwerkarchitektur in virtualisierten Rechenzentren zu vereinfachen.

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Das «wann» ist entscheidend

Eine erfolgreiche Realisierung des Konvergenzvorhabens aber geht über die Anschaffung von geeignetem Equipment hinaus. Ein konvergentes Netzwerk bedarf einer einfachen Verwaltung, mit der man SAN- und IP-Netze im Griff hat. Neuinvestitionen müssen zukunftsfähig sein, damit sie später nicht wieder ausgetauscht werden müssen. Durch leistungsfähige Technologien sind heute hoch virtualisierte Datacenter realisierbar, die dem wachsenden Datenverkehr gerecht werden und sich für Cloud Services eignen. So wird weniger Equipment benötigt und die Wirtschaftlichkeit steigt.Längst ist das Rechenzentrum eine strategische Geschäftseinheit, um Kosten einzusparen und die Produktivität zu verbessern. Jedes Unternehmen hat andere Anforderungen und wird den Schritt in Richtung Konvergenz unterschiedlich schnell vollziehen. Um auf neue Geschäftsbedingungen adäquat reagieren zu können, scheint er aber unausweichlich. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann der Schritt gewagt wird. Unbestritten sind die Vorteile des Zusammenwachsens von Daten- und Speichernetzwerken, denn dies macht Unternehmen flexibler und wettbewerbsfähiger, vorausgesetzt die Architektur ist verlässlich und bezahlbar.