Kernobjekte des Expansionsvorhabens sind je ein Silo- und Lagerneubau. Der kollektive Investitionsaufwand wird laut CEO Peter Widmer deutlich über 20 Mio Fr. zu liegen kommen. Heute betreibt Rhenus Alpina im Basler Hafen Kleinhüningen insgesamt acht Silos, die eine gesamte Kapazität von 140000 t aufweisen.

Das Silo soll einen 70-jährigen «Veteranen» ersetzen und nach neunmonatiger Bauzeit Ende September 2009 betriebsbereit sein. Es entsteht nach der Devise «Hafenflächenverdichtung». Konkret bedeutet das: Der akute Landmangel zwingt Unternehmen dazu, das Manko durch Höhe zu kompensieren. Mit seiner Kapazität von 35000 t wird das Silo nämlich fast drei-mal so viel wie sein Vorgänger fassen.

Das Bauvorhaben trägt der Rohstoffkrise Rechnung. Kunden wollen bei sporadischer Verfügbarkeit und günstigem Preis auf Vorrat kaufen. Ursachen für diese Situation sind der zu massiven Ernteausfällen führende Klimawandel sowie der steile Bedarfsanstieg in China und Indien. «Je mehr dort Fleisch und Brot konsumiert werden», folgert Widmer, «umso stärker klettert die Tierfutter- und Getreidenachfrage.»

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Importgetreide aus Kanada

Rhenus Alpinas aus Kanada und den USA stammendes Importgetreide kommt via die ARA-Häfen (Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam) per Binnenschiff in die Schweiz. Dass der Transit auf dem Rhein 96 Stunden statt auf der ohnehin chronisch überlasteten Schiene 52 Stunden dauert, falle kaum ins Gewicht, zumal das Binnenschiff für solche Massenguttransporte prädestiniert sei, erklärt Widmer. Im neuen Getreidesilo wird die Firma ihren Kunden diverse Added-value-Services anbieten. Dazu gehören Abpacken, Laboranalysen, Begasen, CO2-Behandlung, Temperatur- und Qualitätskontrollen sowie Musterentnahmen. «All diese Arbeiten werden in Händen fest angestellter qualifizierter Müller liegen», betont Widmer und schiebt scherzhaft nach: «Lustwandernde Müller wie im Volkslied interessieren uns nicht.» Rhenus Alpina zählt zudem mit einem Jahresumschlag von 500000 t Flachstahl in Rollen (Coils) zu den landesweit führenden Stahlhandelsunternehmen und erbringt neuerdings auch Mehrwertdienstleistungen für Exportkunden wie Mittal und British Steel. Die bisherige Aufgabe umfasste das Löschen und Zwischenlagern der per Binnenschiff nahezu ausschliesslich über Antwerpen eintreffenden, je 7 bis 30 t schweren Rollen. Nach dem Aufbau der erforderlichen Warenpuffer werden die Coils mit Blockzügen in die norditalienischen Regionen Veneto, Mailand und Turin weitergeführt. Empfänger sind Hersteller von Automobilen und weisser Ware (Elektroküchengeräte). Die Transitzeit für diese Transporte beträgt 14 Stunden. «Eine halbe Mio t Stahl», sinniert Widmer, «entspricht 25000 Lastwagenladungen, die der Strasse erspart bleiben.»

Wichtiger Stahl-Transporteuer

Seit September 2008 schneidet oder brennt Rhenus Alpina die Ware im Auftrag der Stahlkocher nach den Bedürfnissen der verarbeitenden Industrie. Das beschleunigt deren Abläufe. «Diese zusätzliche Tätigkeit, gepaart mit der Erwartung, dass unser Stahlbusiness in den nächsten fünf Jahren um 10 bis 15% wachsen wird, erfordert den Bau des neuen Stahlterminals», so Widmer.