Der Ansatz der Benchmark-Gewichtung wurde bisher vielefach auf der Grundlage fundamentaler Faktoren analysiert. Diese Fundamentalfaktoren bestimmen die Fähigkeit eines Landes, seine Schulden zu bedienen. Angesichts der langfristig steigenden Schuldenbelastung in den Industrieländern und der Auswirkungen einer zunehmend älteren Bevölkerung auf die Steuereinnahmen scheint die Zeit reif für einen neuen Ansatz, der solide wirtschaftliche Fundamentaldaten stärker gewichtet.

Neue Benchmarking-Methode

Die neue Benchmarking-Methode basiert auf fünf Fundamentalfaktoren, nach denen Länder innerhalb der Benchmark gewichtet werden. Bei ihrer Auswahl wurden die Verschuldung und die Schuldendienstfähigkeit eines Landes in den Mittelpunkt gestellt. Der erste und wichtigste Faktor ist dabei das BIP, bereinigt um die Kaufkraftparität (KKP). Die Kaufkraftparität berücksichtigt Wechselkursschwankungen und ermöglicht einen einheitlichen Ländervergleich. Der zweite Faktor ist das BIP-Wachstum. Dieses bildet die dynamische Verbindung zum KKP-bereinigten BIP. Mit anderen Worten: Ein Land mit grösseren Wachstumsraten nimmt mehr Steuern ein und kann seine Schulden folglich besser bedienen.

Drittens wird für jedes Land die Total Net Debt/GDP Ratio (Verhältnis der Nettogesamtverschuldung zum BIP) ermittelt. Dabei wird die Staatsverschuldung herangezogen und mit den Zentralbankreserven des jeweiligen Landes verrechnet. Die Gewichtung von Ländern, die eine massive Schuldenlast finanzieren müssen, wird verringert.

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Viertens stuft die Fiscal Balance/GDP Ratio (Verhältnis der Haushaltsbilanz zum BIP) die Länder nach ihrer Haushaltsdisziplin ein. Dieser Faktor widerspiegelt die Dynamik eines Landes in Bezug auf seine Debt/GDP Ratio und berücksichtigt seine gute oder schlechte Leistung bei der Haushaltsbewirtschaftung im Vorjahr. Und schliesslich wird auch die Current Account Balance/GDP Ratio (Verhältnis der Leistungsbilanz zum BIP) bewertet, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes am internationalen Markt und seine Kapitalanziehungsfähigkeit zu beurteilen.

Alternative Methode

Das Fundamentaldaten-Benchmarking bietet in verschiedener Hinsicht eine Alternative zum traditionellen Marktkapitalisierungsansatz. Denn künftig dürften sich die Länder hinsichtlich ihrer makroökonomischen Fundamentaldaten noch stärker als bisher unterscheiden.

Deshalb führen wirtschaftliche Faktoren, die dem Fundamentaldatenansatz zugrundeliegen (BIP, BIP-Wachstum, Nettogesamtverschuldung/BIP, Haushaltsbilanz/BIP und Leistungsbilanz/BIP), zu höheren Renditen, weil Länder mit einer besseren Schuldendienstfähigkeit stärker gewichtet werden.

Institutionelle Anleger sollten sich überlegen, ob marktkapitalisierungsgewichtete Benchmarks tatsächlich die beste Lösung für die Zukunft sind. Macht es wirklich Sinn, noch mehr Geld in die am stärksten verschuldeten Länder zu investieren?