Nach dem Verkauf der schwächelnden Handy-Sparte ernennt Nokia einen Sanierungsexperten zum neuen Chef. Wie erwartet rückt der Leiter der krisengeplagten Netzwerksparte, Rajeev Suri, an die Spitze des Unternehmens. Der 46-Jährige folge Stephen Elop am 1. Mai auf den Chefsessel, teilte Nokia am Dienstag mit. Elop kehrt zu Microsoft zurück. Der in Indien geborene Suri galt als Favorit, nachdem er in den vergangenen Jahren die Netzwerksparte NSN mit drastischen Massnahmen auf Vordermann gebracht hatte.

Im ersten Quartal stieg der operative Gewinn des Netzwerkgeschäfts NSN überraschend um zehn Prozent auf 216 Millionen Euro. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 143 Millionen Euro gerechnet. Der Konzern will sich künftig vor allem auf das Netzwerkgeschäft konzentrieren und konkurriert hier vor allem mit Ericsson.

Handy-Sparte vermiest die Zahlen

Das Handy-Geschäft hat vor dem Verkauf der Sparte an Microsoft allerdings noch einmal die Zahlen vermiest. Im ersten Quartal verlor der Bereich 347 Millionen Euro. Der Gewinn in dem nun übriggebliebenen Nokia-Geschäftkonnte dies nicht ausgleichen. Der noch vereinte Nokia-Konzern wies damit einen Quartalsverlust von 239 Millionen Dollar aus,.

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Der Quartalsumsatz der Handy-Sparte schrumpfte im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Im verbliebenen Nokia-Geschäft schrumpfte der Umsatz um 15 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro. Neben NSN gehört dazu der Kartendienst HERE.

Nokia hatte im September den Verkauf der Gerätesparte an Microsoft für 3,79 Milliarden Euro vereinbart. Zudem zahlt der US-Konzern 1,65 Milliarden Euro für Patente. Der Deal wurde vergangene Woche abgeschlossen. Nokia will einen Grossteil der Einnahmen aus dem Verkauf der Handysparte an die Anteilseigner ausschütten. Sie sollen über eine Sonderausschüttung, reguläre Dividenden und einen Aktienrückkauf insgesamt 3,05 Milliarden Euro erhalten. Zudem sollen rund zwei Milliarden Euro in den Schuldenabbau gesteckt werden.

(reuters/awp/me/sim)