Dort, wo am vergangenen Samstag über 70000 der Pop-Ikone Madonna zujubelten, soll in den nächsten Jahrzehnten der erste Schweizer Innovationspark entstehen. Das 265 ha grosse Areal des Militärflugplatzes Dübendorf ist im Besitz des Bundes und soll für Bildung, Forschung sowie Innovation reserviert werden – analog zu internationalen Vorbildern wie dem MIT-Areal in Boston. Die Idee, hinter welcher der Verein Machbarkeit Stiftung Forschung Schweiz steht, ist visionär. Auf vorerst einem Drittel des hervorragend erschlossenen Geländes soll ein neuer Stadtteil entstehen, wo Forschung und Bildung aus aller Welt sich trifft.

Zum Boston Europas werden

«Zürich und die Schweiz sollen zum Boston Europas werden – mit Strahlkraft in die ganze Welt», sagt FDP-Nationalrat sowie Unternehmer Ruedi Noser. Der Mitinitiator und Vereinspräsident umreisst das Megaprojekt so: «In 20 bis 30 Jahren soll auf dem Areal dreierlei stehen: 1. Europäische Forschungsniederlassungen von globalen Konzernen; 2. Institute von renommierten internationalen Universitäten; 3. Ein urbanes Zentrum für 8000 bis 12000 Einwohner mit Dienstleistungsangebot samt grünem Erholungsraum.» Die Voraussetzungen der Schweiz als Top-Innovationsstandort seien hervorragend. Bezüglich WTT sowie Spin-off- und Start-up-Förderung stehe man gut da, so Noser, «wenn aber ein Weltkonzern mit einem Forschungssitz nahe zur ETH kommen möchte, fehlt uns das dafür reservierte Gelände. In Dübendorf haben wir das Potenzial, dass der Mehrwert, der durch solche Ansiedlungen entsteht, wieder direkt der Innovation zugeführt wird ».

Das Ziel ist eine attraktive Umgebung für die besten Köpfe aus universitärer und ausseruniversitärer Forschung. Obwohl man sich an internationale Konzerne richtet, haben ebenso nationale KMU grösstes Interesse an einem hochstehenden Innovationsplatz. Das Echo der Wirtschaft sei bisher positiv. Laut Noser könnten erste Ansiedlungen 2015 geschehen. «Eine Subventionsübung» sei es im Übrigen keineswegs, wie er betont: «Keiner erhält das Land günstiger. Unsere Idee wird die Bodenpreise steigen lassen. Der Eidgenossenschaft spült das Projekt 1 bis 2 Mrd Fr. in die Bundeskasse.»

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Bald entscheidende Schritte

Persönlichkeiten wie SWX-Präsident Peter Gomez oder Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer unterstützen die Idee. Der Bundesrat und die Standortgemeinden befürworten das Projekt, zu dem es eine Machbarkeitsstudie gibt. Ausstehend ist die Stellungnahme des Zürcher Regierungsrats. Von dessen raumplanerischen Vorgaben hängt die Zukunft der Idee ab. Fällt sie positiv aus und kommt die Gründung der geplanten Stiftung wie vorgesehen zustande (siehe Kasten), sind erste entscheidende Schritte für einen Schweizer Innovationspark gemacht.