Die Formel aus Faszination und Leistung ergibt den viel zitierten Fahrspass und lässt die Fahrzeuge aus Zuffenhausen bei Stuttgart zum Traum vieler Autoenthusiasten werden. Aber der Sportwagenhersteller hat in der Vergangenheit weit mehr als nur mit Freude am Lenkrad geglänzt. Porsche war und ist zum Beispiel mit führend in Sachen Fahr- und Insassensicherheit. Nicht vergessen gehen darf zudem die Motorentechnologie. Vor allem sie brachte Porsche weltweite Berühmtheit. Unvergessen ist das luftgekühlte Sechszylinder-Aggregat im 911er. Dieses Modell hatte wesentlichen Anteil am Ruhm der Marke und ist seit über 40 Jahren ein Bestseller. Das luftgekühlte Triebwerk brillierte nicht nur mit Leistung, sondern auch mit einem unvergleichlichen Sound.

Die Idee des Vierplätzers ist alt

Seit zwölf Jahren haben die legendären Boxermotoren nunmehr eine Wasserkühlung. Die Lärmbestimmungen wollen es so, denn der Gesetzgeber hat wenig übrig für Freaks mit Hang zu blubbernden bis zuweilen brüllenden Motoren. Für die neueste Modellgeneration 2009 wurden die Sechszylinder-Boxer mit einer Benzindirekteinspritzung versehen, was auf der einen Seite die Leistung erhöht, auf der anderen jedoch den Verbrauch verringert.

Nach der Modernisierung der aktuellen Modellreihen steht Porsche einmal mehr eine neue Ära bevor, denn im Spätsommer 2009 lancieren die Schwaben erstmals ein Sportcoupé mit vier Plätzen und vier Türen. Der Panamera wird die fünfte Modellreihe sein, nach dem 911, dem Boxster, dem Cayman und dem Cayenne.

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Die Idee eines Sportcoupés mit vier Plätzen ist Porsche nicht fremd. Bereits vor 15 Jahren wurden ähnliche Pläne verfolgt, das Projekt aber aus Kostengründen verworfen. Damals - das darf man nicht vergessen - stand das Unternehmen finanziell am Abgrund. Erst Porsche-Chef Wendelin Wiedeking brachte die Marke dann wieder auf Erfolgskurs. Um weiter zu wachsen, wurde das Projekt eines Viersitzers neu aufgelegt, zumal Porsche wieder auf einer gesunden finanziellen Basis steht.

Porsche ging dabei sehr geschickt vor. Fast vier Jahre lang geisterte der Panamera sozusagen als virtuelles Auto durch die Medien. Portionenweise wurden Details bekannt. Aber dieser Traum auf vier Rädern, der nicht nur von V6-, sondern auch von grossen, sehr leistungsstarken und damit entsprechend durstigen V8-Aggregaten angetrieben wird, kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt auf den Markt. Zwar ist für den Panamera ein Hybridtriebwerk geplant, das Porsche zusammen mit Volkswagen entwickelt und das auch in den Modellen Cayenne und VW Touareg zum Einsatz kommt. Es soll den Durchschnittsverbrauch der Porsche-Flotte nach unten drücken.

Dennoch könnte die Verbrauchsproblematik im schlimmsten Fall existenzbedrohend werden für Porsche, denn der Verbrauch hängt direkt mit dem CO2-Ausstoss zusammen. Der von der EU festgelegte CO2-Grenzwert, der zwischen 2012 und 2015 in Kraft tritt, ist selbst mit den modernsten Motoren, wie sie jetzt zum Einsatz gelangen, nicht zu erreichen. Damit befindet sich Porsche in der Klemme. Entweder nimmt die Marke nach Einführung der geplanten CO2-Norm sehr hohe Strafsteuern in Kauf, was die Preise für alle fünf Modellreihen derart in die Höhe treiben würde, dass sie selbst für eine gutbetuchte Kundschaft abschreckend wirken - oder Porsche entwickelt Motoren, die zwar die CO2-Norm erfüllen (120 g/km), aber - nach heutigem Stand der Technik - die typische Porsche-Charakteristik verlieren. Dies wiederum könnte sich zu einem Existenzproblem entwickeln. Selbst der geplante Hybridmotor kann das Problem nicht vollständig lösen, sondern Strafsteuern lediglich lindern.

Giftige Abgase sind kein Problem

Vor diesem Hintergrund ist jedoch zu beachten: CO2 ist kein giftiges Gas, es wird ihm aber ange-lastet, für die Klimaerwärmung mitverantwortlich zu sein. Über das Ausmass streitet sich die Wissenschaft. Was die giftigen Abgase betrifft (HC/CO/NOx) unterbieten die Porsche-Modelle die gegenwärtig gültigen Normen EU 4 und teilweise sogar bereits die ab 2010 verlangten Grenzwerte EU 5.

Die Sportwagen aus Zuffenhausen sind zudem alle absolut alltagstauglich; sie lassen sich wie ganz normale Personenwagen fahren und sind damit auch von Lenkerinnen und Lenkern zu bewegen, die keinen Rennkurs absolviert haben. Aber sie bewegen ein Hightech-Produkt, dessen technische Komponenten schon oft wegweisend für Grossserienfahrzeuge waren. Auch das macht die Faszination eines Porsches aus.