Roger Bühler gilt als personifizierte Heuschrecke. Zu Unrecht. Angesichts der massiven Kursverluste auf seinen Investments müsste man ihn eher als Schrecke bezeichnen, der das Heu fehlt. Der Aktienkurs der Kleiderkette Charles Vögele ist seit einem Jahr um 54% gefallen, beim Industrieunternehmen Swissmetal gar um 59% und beim Baukonzern Implenia um 19%.

Ein Schrecken ist Roger Bühler für Verwaltungsräte. Wo der Chef des britischen Hedge-Fonds Laxey Partners auftaucht, sucht er die Auseinandersetzung. So hat Vögele-VR-Präsident Bernd Bothe, zermürbt im Kampf mit Laxey und einer Investorengruppe, den Hut genommen. Mit Bothe gingen gleich vier weitere Verwaltungsräte.

In den vergangenen Jahren hat Vögele immer wieder mit Gewinnwarnungen geschockt. Die Strategie im Ausland hat nicht zu guten Ergebnissen geführt. Nun prüft der auf vier Personen verkleinerte Verwaltungsrat unter dem Präsidium von Rewe-Chef Alain Caparros die Strategie. Für Unruhe ist damit nicht nur im Unternehmen, sondern auch an der Börse gesorgt. Die Kurssteigerungen in den letzten Tagen haben den Übernahmegerüchten durch Migros neuen Auftrieb verschafft. Von Mehrwert bei der Kleiderkette kann durch die Interventionen von Laxey noch nicht gesprochen werden. Immerhin werden durch die Verkleinerung des VR-Gremiums Kosten gespart.

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Swissmetal: GV am 14. Mai

Im Clinch ist Bühler auch mit Swissmetal, wo er im Verwaltungsrat sitzt. Im Gegensatz zum Rest des Gremiums hält er an Ralph Glassberg als Verwaltungsrat fest. Bereits wird nun auch spekuliert, dass Martin Hellweg seinen CEO-Stuhl räumen wird. Die Generalversammlung von Swissmetal findet am 14. Mai statt. Dort wird sich zeigen, ob sich Laxey mit einer Beteiligung von 32,9% durchsetzen kann.

Bei Implenia dauert der Streit mit VR-Präsident Anton Affentranger bereits zwei Jahre und füllt ganze Bundesordner. Bühler ist für Affentranger ein rotes Tuch. Dass der neue Implenia-CEO Werner Karlen nach 65 Tagen schon seinen Hut genommen hat, führen Insider darauf zurück, dass dieser sich mit Laxey einigen wollte. Affentranger wirft Laxey vor, die Beteiligung seines Pakets von knapp 50% unter Umgehung des Gesetzes aufgebaut zu haben.

Wie gross der gesamte Verlust von Bühler mit seinen Investments ausfällt, ist schwierig zu beziffern, da er durch geschickte Optionsgeschäfte billiger zu den Aktien gekommen ist, als die offiziellen Kurse anzeigen. Schätzungen beziffern den Verlust auf rund 150 Mio Fr. Bühler sieht die Investitionen von Laxey als Work in Progress. Er wird noch viel arbeiten müssen.