Qualitativ vermochten Autos aus Asien im globalen Markenrennen stets mitzuhalten, preislich sowieso. Lange Zeit fehlte ihnen, weil sie sich mit ihren Kleinfahrzeugen stark auf den Heim- und mit ihren grossen Limousinen ergänzend auf den amerikanischen Markt ausrichteten, einzig ein Blechkleid, das auch in Europa zu gefallen wusste. Jetzt aber läuft, nicht zuletzt ausgelöst durch die schleppende Nachfrage im Euro-Raum, ein Aufholprozess, dies unter dem Tempodiktat von Hyundai. Der neue ix35, der Nachfolger des auch in der Schweiz früher gut verkauften Volumenmodells Tucson, jedenfalls tritt frisch, selbstbewusst, ja leicht futuristisch auf. Mit seinen schwungvollen, eigenständigen Linien und einer fein ausbalancierten Optik zwischen weichen Flächen und scharfen Kanten, aber auch dem markentypischen sechseckigen Kühlergrill, macht er das genau so, dass er bei der europäischen Kundschaft als Alternative zu VW Tiguan, Opel Antara oder Nissan Qashqai in die Endauswahl kommt.

Entworfen wurde der ix35 im Hyundai-eigenen Forschungs- und Entwicklungszentrum in Rüsselsheim. Was der Mischung aus Offroader und Kombi nur zugute kommt. Denn der ix35 erfüllt die Wünsche nach einem dynamischen, zeitgemässen Fahrzeug mit seinem ausgeprägten Styling, mit seinem gegenüber dem Tucson grösseren Platzangebot (weil 8,5 Zentimeter länger und 2 Zentimeter breiter), einer vielseitigen Ausstattung (drei Varianten) und verschiedenen Hightech-Elementen (Berg-Anfahrhilfe, Berg-Abfahrthilfe, schlüsselloser Zugang, Rückfahrkamera, gekühltes Handschuhfach), während die Motorisierung mit einem leicht reduzierten Verbrauch und deshalb geringeren Emissionen die ökologische Komponente im Crossover-Segment berücksichtigt. Mit einem Verbrauch von knapp unter 8 Litern Treibstoff auf 100 Kilometer genügt der 2-Liter-Diesel als Top-Motorisierung mit 184 PS Leistung knapp noch den heutigen Ansprüchen. Bei einwandfreien Strassenverhältnissen treiben die Vorderräder den ix35 an, verschlechtert sich die Traktion, schaltet sich der Hinterradantrieb automatisch auf. In Lock-Stellung, bis Tempo 40, verteilen sich die Kräfte in einem starren Verhältnis von 50:50 auf beide Achsen. Fahren lässt sich der kompakte Crossover so, wie man sich dies von dieser Fahrzeugkategorie verspricht, leicht, präzise in der Lenkung und übersichtlich. Einziges Störelement ist im Alltagsbetrieb, vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit, der in der Startphase hohe Geräuschpegel des Dieselmotors; dieser «nagelt» etwas lange. Und wenn schon von Kritik die Rede ist: Die Rücksitze können zwar im Verhältnis 60:40 umgeklappt werden, eine ebene Fläche zum Beladen entsteht aber nicht. Anderseits haben die Koreaner in der Innenraumgestaltung entscheidende Fortschritte gemacht, die eingesetzten Materialien wissen zu gefallen und das Cockpit wirkt logisch und nicht überladen.