Am 20. Januar 2010 landet das grösste Passagierflugzeug der Welt zum ersten Mal auf dem Flughafen Zürich - jedoch nur zu Testzwecken. Dieser vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) geforderte Groundcheck soll Klarheit schaffen, ob der Airbus A380 anschliessend die definitive Freigabe erhält (siehe Kasten). Der erstmalige Einsatz des zweistöckigen Superjumbos bedarf dieser Abklärungen, da noch nie ein Flugzeug dieser Grössenordnung hier gelandet ist.

Sollte das Bazl den A380 endgültig für Zürich zulassen, plant Singapore Airlines (SQ) so schnell wie möglich eine ihrer dann elf Maschinen dieses Typs zwischen Singapur und Zürich einzusetzen, wie SQ-Sprecherin Christina Hollenweger auf Anfrage der «Handelszeitung» bestätigt. «Wir sind zuversichtlich, dass wir als erste Airline der Welt die Schweiz mit einem A380 bedienen werden.»

Einführungstermin noch unklar

Hollenweger fügt hinzu: «Der A380 wird uns einige Vorteile bringen - angefangen bei den Kosten.» Mit dem Superjumbo sollen die Frequenzen zwischen Singapur und Zürich nämlich von bis zu zweimal auf einmal täglich gesenkt werden. Insgesamt ergibt dies laut Hollenweger zwar etwas weniger Fluggäste, dafür tiefere Betriebskosten, sprich weniger Gebühren, Treibstoff oder Catering. «Es macht ökonomisch absolut Sinn.»

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Im Moment setzt die asiatische Fluggesellschaft zwischen Zürich und Singapur meist eine Boeing B-777-300ER mit maximal 278 Passagieren ein - aufgrund der Wirtschaftskrise aktuell noch zwölf Mal pro Woche, so Hollenweger. Der A380 kann insgesamt 471 Passagiere befördern; davon 12 in der First Class, 60 in der Business Class und 399 in der Economy Class.

Hollenweger ist sich nicht mehr sicher, ob die Einführung wie geplant per 1. Februar 2010 realistisch ist. Erst wenn man das hundertprozentige Go vom Bazl und vom Flughafen Zürich habe, sei die Umstellung auf den A380 möglich. Erschwerend zeichne sich ab, dass der elfte Superjumbo nicht wie vorgesehen Anfang Jahr von Airbus an SQ ausgeliefert werde.

Mit A380 von Zürich nach Sydney

Zu den Flugzeiten lässt Hollenweger durchblicken: Voraussichtlich werde man den täglichen Mittagskurs beibehalten und den täglichen Abendkurs aufgeben. Dafür könne man nach der Einführung des A380 in Zürich ein durchgehendes Angebot mit dem Superjumbo mit Umsteigen in Singapur nach Australien anbieten. Downunder werden derzeit Sydney und Melbourne mit dem A380 bedient.

Total reisen laut Hollenweger rund 90% der Passagiere von SQ ab der Schweiz über Singapur hinaus. «Das ist unser grosses Geschäft.»