Das mit einem Zertifikat ausgezeichnete Projekt «Allianz Business Services» ist eines, von dem wohl jeder Consultant insgeheim träumt, ging es darin doch darum, auf der grünen Wiese einen ganz neuen Firmenbereich aufzubauen.

Lodestone durfte für die Allianz-Gruppe in Bratislava für eine grössere Business Unit ein Shared Service Center (SSC) samt SAP-Infrastruktur aufbauen, woran acht Ländergesellschaften beteiligt sind. Alle Prozesse und Applikationen von Buchhaltung über Controlling bis zum Reporting sollten in dieses SSC einfliessen.

Für Peter Fischer, einer der Gründungspartner von Lodestone, und sein Team war das eine geradezu ideale Aufgabe, passte sie doch genau zur Kernkompetenz seines Unternehmens, das eine breite Palette an Dienstleistungen im Bereich von Strategy & Business Process Consulting, Solution Definition Consulting, Solution Implementation und IT Transformation Consulting anbietet. Lodestone wurde 2005 vorwiegend von ehemaligen IBM-Mitarbeitern gegründet und beschäftigt heute in 13 Ländern rund 400 Mitarbeitende.

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Zügige Umsetzung über Grenzen

Auch bei diesem Projekt, das in drei Wellen von 2006 bis 2009 abläuft, war und ist Zeitdruck ein ständiger Begleiter. Bereits acht Monate nach dem Start waren die ersten drei Länder operabel. «Die Implementierung von Allianz Business Services ist ein grosser Schritt vorwärts für die ganze Allianz-Gruppe», erklärt Marcin Halbersztadt, CEO Allianz Business Services. Es sei ein Vorbild nicht nur innerhalb der Allianz-Gruppe, sondern für die gesamte Financial-Services-Industrie. «Es ist das erste multinationale, echte Shared Service Center, das ich kenne», freut sich auch Fischer. Vielleicht gebe es noch andere, aber in dieser Form und länderübergreifend – das habe er persönlich noch nirgends gesehen.

Fachwissen und Kommunikation

Halbersztadt schreibt Lodestone die Schlüsselrolle für den Projekterfolg zu, «weil ihr Team nicht nur SAP-Technik-Expertise mitbrachte, sondern sehr tiefe Kenntnisse der Branche und ihrer Prozesse». Die erstaunliche Fähigkeit, «dass sie unsere Sprache sprechen», sei der Hauptgrund für die fruchtbare und langjährige Zusammenarbeit, ist er überzeugt. Die Kunst, über kulturelle und sprachliche Unterschiede hinweg erfolgreich zu kommunizieren, spielte bei diesem Projekt offenbar eine grosse Rolle, war es international doch sehr stark durchmischt.

Die Ansprüche und Erwartungen, beispielsweise in Bezug auf die Arbeitsinstruktionen, seien sehr hoch gewesen, erzählt Fischer. «Ohne Vorurteile oder gar Klischees bedienen zu wollen, die unterschiedlichen Mentalitäten waren beiderseitig gewöhnungsbedürftig.»

Das Hauptcharakteristikum dieses Projekt sei seiner Meinung nach aber der hohe Pioniergeist gewesen: «Es herrschte eine sehr dynamische, begeisternde Atmosphäre.»

«Allianz Business Services» zeigt eindrücklich, wie viel Fingerspitzengefühl die tägliche Arbeit eines Beraters mitunter verlangt, wie komplex die Beziehungen sich gestalten – nicht nur zwischen Auftraggeberfirma und Beratungshaus, sondern zwischen allen Beteiligten. Fischer freut sich, dass dieser gemeinsame Erfolg nun auch externe Anerkennung erhält: «Wir haben das Projekt gemeinsam durchgeführt und werden dafür gemeinsam ausgezeichnet.»