Viel Diskussionsstoff in der Facility-Service-Branche lieferten in jüngster Zeit das Outsourcing sowie öffentliche Ausschreibungen. Das Potenzial zum Outsourcing in der Schweiz ist im Vergleich mit dem Ausland tatsächlich nicht ausgeschöpft. In Deutschland etwa werden über 60% und in Skandinavien sogar über 75% branchenfremde Leistungen ausgelagert. In der Schweiz hingegen beträgt diese Quote rund 35 bis maximal 40%. Warum ist dies so? Die Gründe dafür sind vielseitig und je nach dem, ob es sich dabei um Befürworter oder Gegner handelt, unterschiedlich in der Argumentation. Die Befürworter einer Outsourcing-Lösung stellen Vorteile für die Unternehmen in den Vordergrund: Diese können sich besser auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und werden gezielt entlastet, weil sie auf externe Erfahrungen zurückgreifen können. Nicht zuletzt spielt die Kostenersparnis eine wesentliche Rolle.

Dass das Potenzial des Outsourcing primär im Spezialwissen und in der Erfahrung eines Dienstleisters liegt, geben auch Gegner einer solchen Lösung zu. Die Entlastung entsteht für sie aber erst dann, wenn sie sich tatsächlich nicht mehr um die ausgelagerten Dienstleistungen kümmern müssen und diese ebenso ohne «Zwischengeräusche ausgeführt werden», wie sich kürzlich ein in St. Gallen tätiger Facility Manager gegenüber der «Handelszeitung» äusserte. Die zu erbringenden Leistungen müssten effizienter und qualitätsvoller sein. Leider hat es in der Vergangenheit vereinzelt auch Negativerfahrungen gegeben, weshalb gegenüber dem Outsourcing zumindest in Teilbereichen von Facility Services eine gewisse Skepsis entstanden ist.

Nicht weniger Diskussionen entstanden auch um öffentliche Ausschreibungen. Für eine gewisse Unruhe sorgten dabei vor allem Consulting-Unternehmen, die zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern stehen. Neben den vielen seriösen Unternehmen gibt es auch hier ein paar schwarze Schafe, die in erster Linie «Preisdrücker» sind. Das Ergebnis: Verschiedene Rekurse und Verzögerungen bei den Arbeiten. Um dieser Situation besser gerecht zu werden, hat sich Allpura Verband Schweizer Reinigungs-Unternehmen eingeschaltet und einheitliche Submissionsunterlagen für die Vergabe von Unterhaltsreinigungen für Büro- und Verwaltungsbauten erarbeitet. Ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings müssten ebenso einheitliche Submissionsunterlagen für weitere Bereiche folgen. Damit hätten Auftraggeber, Consulting-Firmen und Auftragnehmer eine gemeinsame Basis, welche mühsame Diskussionen bei den Ausschreibungen in Zukunft ausschliessen würde.

Anzeige