Die Welt steht im Zusammenhang mit der Energieversorgung vor grossen Herausforderungen. Wie befriedigen wir den ständig wachsenden Bedarf? Wie kann die Umweltbelastung reduziert werden? Wie sind zunehmende Versorgungsrisiken zu bewältigen? Und: Wie gehen wir nachhaltiger mit der vorhandenen Energie um?

Der schnellste, praktikabelste und kosteneffizienteste Weg zum Energiesparen führt über die effizientere Nutzung von Energie mit Hilfe bereits vorhandener und bewährter Technologien. Das Potenzial ist enorm: Nur 20% der verfügbaren Energie schaffen entlang der Wertschöpfungskette tatsächlich wirtschaftlichen Wert. Der Rest geht in Verbrennungsprozessen, bei der Übertragung und durch ineffizienten Verbrauch verloren.

Als weltweit führender Anbieter von Energieübertragungs-, Energieverteilungs- und Automationstechnik leistet ABB einen wichtigen Beitrag, um Einsparungen zu erzielen. Technologien von ABB ermöglichen es, die Verluste entlang dieser Energiekette um rund einen Viertel zu senken, indem sie den Verbrauch reduzieren, die Produktivität steigern oder ein besseres Anlagenmanagement erzielen.

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Energieeffizienz in der Primärenergieerzeugung: Die Förderung von Primärenergieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle verschlingt sehr viel Energie. ABB unterstützt die Förderindustrie mit entsprechenden Technologien, ihre Prozesse zu optimieren und ihren Energieverbrauch – und damit auch ihren CO2-Ausstoss – zu senken.

Für die in der Nordsee gelegene Erdgasplattform Troll A von Statoil beispielsweise lieferte ABB eine 70 km lange Unterwasser-Stromleitung, über die Elektrizität vom Festlandnetz geliefert wird. Diese Lösung ermöglichte es, die mit der Stromerzeugung auf der Bohrinsel verbundenen Gefahren zu beseitigen, kostbaren Platz zu sparen und Zugang zu zuverlässiger und emissionsfreier elektrischer Energie aus Norwegens Wasserkraftwerken zu erhalten.

Energieeffizienz im Transport: Immer öfter werden fossile Brennstoffe nicht nur über Öl- und Gaspipelines transportiert, sondern per Schiff. ABB ist weltweit die Nummer eins in der Herstellung von Energie- und Antriebssystemen für die Marineindustrie und liefert darüber hinaus Hochspannungsverbindungen zur Versorgung von Schiffen im Hafen. So können die Schiffe ihre eigenen, weniger effizienten Motoren abschalten, die sonst im Hafen CO2 und andere Schadstoffe abgeben würden. Der hocheffiziente Azipod-Antrieb von ABB senkt den Treibstoffverbrauch grosser Schiffe um rund 15%. Kreuzfahrt- und Frachtschiffe, die mit Azipod-Antrieben ausgerüstet sind, sparen insgesamt über 125000 t Treibstoff im Jahr ein.

Energieeffizienz in der Stromerzeugung: In der Stromerzeugung liegt heute aufgrund physikalischer Gesetze die durchschnittliche Umwandlungseffizienz bei 40%. Die Technologien zur Stromerzeugung verbessern sich laufend und führen die Verluste näher an ihren theoretischen Grenzwert heran – auch dank optimierter Leitprozesse in den Kraftwerken. So liefert ABB zum Beispiel fast die komplette elektrische Ausrüstung für die Kraftwerksautomation.

Auch bei den erneuerbaren Energien stellt ABB die entsprechenden Technologien für Wasser- und Windkraftwerke sowie Fotovoltaikanlagen zur Verfügung.

Energieeffizienz bei der Stromübertragung: Von der Elektrizität, die das Kraftwerk verlässt, kommen rund 6 bis 8% nie beim Endverbraucher an. Je weiter transportiert wird, desto grösser sind die Verluste. Schätzungen der EU-Kommission zufolge können die Netzverluste in der Europäischen Union um 48 Mio MWh im Jahr reduziert werden. Das entspricht dem Stromverbrauch von 13 Mio Haushalten in der EU.

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Wir sind auf Strom aus weit entfernten Energiequellen wie Offshore-Windparks und Wasserkraftwerken sowie auf den internationalen Stromhandel angewiesen. Es braucht also effiziente Übertragungssysteme: Die effizienteste Technologie dafür ist die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ). Bei dieser Technologie wird elektrische Energie über lange Strecken als Gleichstrom transportiert und am Ziel wieder in Wechselstrom umgewandelt. Damit diese Umwandlung funktioniert, sind Stromrichterstationen mit Leistungshalbleiter-Elementen notwendig – haardünne Siliziumchips, die den Strom in Millionstelsekunden schalten. Diese hochempfindlichen Leistungshalbleiter-Elemente werden unter extremen Reinheitsbedingungen in Lenzburg AG produziert. In China beispielsweise wird die HGÜ-Technologie von ABB dazu beitragen, den Kohleverbrauch um 40 bis 50 Mio Jahrestonnen zu senken und Kohlendioxidemissionen in einer Grössenordnung von 100 Mio t zu vermeiden.

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Energieeffizienz in der Industrie: Rund 40% der erzeugten Elektrizität verbraucht die Industrie. Substanzielle Energieeinsparungen sind nur dann möglich, wenn die Produktivität von Fabriken gesteigert oder Werke mit hochmodernen Automationssystemen und elektrischer Ausrüstung ausgestattet werden. Leitsysteme, Unternehmenssoftware, Messtechnik, Niederspannungsprodukte, Antriebe, Motoren und Roboter zählen zu den Schlüsseltechnologien, die in praktisch allen Industriesektoren zum Einsatz kommen.

In der Industrie bietet sich ein beträchtliches Potenzial für Energie- und Kosteneinsparungen. Grösster Stromverbraucher sind die hunderte Millionen von Elektromotoren, auf die rund 67% des gesamten Stromverbrauchs in der Industrie entfallen. Und jedes Jahr kommen weltweit Millionen von Motoren hinzu. Diese Motoren, die Arbeitstiere der Industrie, treiben Maschinen, Kompressoren, Lüfter, Pumpen und Förderanlagen in praktisch allen Industriezweigen an.

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Sogenannte drehzahlgeregelte Antriebe von ABB können den Energieverbrauch von Elektromotoren um bis zu 70% senken. Sie entziehen dem Netz nur die Energie, die tatsächlich benötigt wird, und passen die Drehzahl an die geforderte Leistung an. Das Potenzial ist enorm: Über 90% der derzeit installierten Industriemotoren können ihren Energieverbrauch entweder gar nicht oder nur sehr grob anpassen. Durch die Halbierung der Drehzahl kann etwa der Stromverbrauch in zahlreichen Anwendungen auf einen Achtel reduziert werden. 2006 haben energiesparende Elektromotoren und Antriebe von ABB mehr als 130 TWh Elektrizität eingespart. Dies entspricht dem fünffachen Elektrizitätsverbrauch aller Schweizer Haushalte im Jahr 2006.

Energieeffizienz in Gebäuden: Industrie-, Büro- und Wohngebäude zeichnen für rund 38% des weltweiten Energiebedarfs beim Endverbraucher verantwortlich. Werden Heiztemperatur, Beleuchtung und der Verbrauch von Elektrogeräten an die jeweiligen Anforderungen angepasst, sind umfangreiche Energieeinsparungen möglich, ohne Abstriche beim Komfort machen zu müssen – zum Beispiel mit Niederspannungsgeräten sowie automatisierten Steuerungs- und Gebäudesystemen. Tagtäglich liefert ABB 1 Mio Produkte für Büros und Wohngebäude aus. Allein eine effiziente Temperaturregelung kann bis zu 30% Energie einsparen.

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All diese Beispiele zeigen, dass ABB entlang der Energiekette von der Erzeugung bis zum Endverbrauch einen wesentlichen Beitrag zum Energiesparen leisten kann und mit den eigenen Technologien dazu beiträgt, die grossen Herausforderungen von heute und morgen anzugehen.