Zu übersehen ist das Gstaad Palace nicht: Auf einem Hügel hoch über dem Berner Kurort gelegen, prägt das Luxushotel die Landschaft im Saanenland. Der historische Bau mit den vier schlanken Türmchen zählt zu den renommiertesten Hotels im Alpengebiet. Als Mitglied der «Leading Hotels of the World» setzt das Etablissement eigene Massstäbe im Service und der Gastronomie. Im Familienbetrieb hat sich das Qualitätsdenken praktisch von einer Generation auf die nächste vererbt. Heute führt Andrea Scherz das Gstaad Palace, in dem bereits sein Grossvater die ersten markanten Spuren zugunsten der einheimischen Hotellerie hinterlassen hat. Ein Ausruhen auf den gesammelten Lorbeeren gibt es für die Familie Scherz allerdings nicht. Die Hoteleigner haben früh erkannt, dass sich die anspruchsvolle Kundschaft nur mit einem ständig dem Zeitgeist angepassten Angebot halten lässt.

In einem vorläufig letzten Schritt wurde vor vier Monaten auf fast 2000 m2 ein grossszügiger Spa & Healthclub eröffnet. Damit wird eine bereits umfangreiche Palette an möglichen Aktivitäten nochmals erweitert. Aber es sind nicht nur die vielfältigen Möglichkeiten in der Gastronomie, der Wellnesslandschaft und im Sport, die imagebildend für das Gstaad Palace sind, noch weit bedeutungsvoller ist der emotionale Aspekt. «Unsere Gäste schätzen die einzigartige Atmosphäre», sagt Martketingleiterin Isabel Miguel. Dazu gehören auch viele Stammkunden, die erstmals bei einem Firmenmeeting oder Workshop die Vorzüge des Fünfsternehauses im Berner Oberland kennengelernt haben.

Gletscherfrühstück

Das Luxushotel wird für Sitzungen von Verwaltungsräten und Geschäftsleitungsmitgliedern genutzt, die in Gstaad auf absolute Diskretion zählen dürfen. Anders als etwa in St. Moritz wird im renommierten Kurort des Berner Oberlandes nicht auf Publizität mit mehr oder minder bekannten Gästen gemacht. Umso mehr wird das Hotel für Kundenpräsentationen und Incentive-Anlässe geschätzt. Finanzdienstleister und Produzenten von Luxusgütern setzen bei ihren Verkaufsbemühungen auf das spezielle Ambiente des Palace Gstaad. Damit verbunden ist oft ein Rahmenprogramm, das nebst den Aktivitäten im Hotel mit einem Gletscherfrühstück oder Lamatrekking auch ganz exklusive Events umfasst.

Anzeige

Die Kundschaft ist entsprechend international zusammengesetzt. Vier von fünf Gästen stammen aus dem Ausland. Dominante Nationen gibt es nicht. Mit rund zehn Prozent stehen Grossbritannien und die USA an der Spitze und dahinter folgen Frankreich und Italien. In Deutschland, das noch etwas zurückliegt, wurden die Verkaufsanstrengungen jüngst verstärkt. Das gilt auch für Russland, wo das Gstaad Palace in Moskau ebenso wie in London und Paris über eine Agentur direkt vor Ort vertreten ist. Das MICE (Meeting, Incentive, Congress, Exhibition)-Geschäft wird speziell über Kundenevents im eigenen Hotel gepflegt. «Auf diesem Weg lernen die Verantwortlichen das Produkt am besten kennen», sagt Isabel Miguel.

Bei Veranstaltungen zur Teambildung arbeitet das Hotel im Outdoor-Bereich mit Spezialisten aus der Region zusammen. Zu den beliebten Aktivitäten zählen Übungen im Seilparkt und der Floss- oder Iglubau in der näheren Umgebung. Daneben sind kulturelle Events gefragt, die von Konzerten bis zur Besichtigung der nahe gelegenen Schaukäsereien reichen. Das Alpgebiet rund um den noblen Kurort bietet für Freiluftbetätigungen den idealen Rahmen. Oft wird auch das vom Tessiner Architekten Mario Botta entworfene Gipfelgebäude im Gletschergebiet zwischen Gstaad und Les Diablerets in eine Firmenveranstaltung miteinbezogen, weil sich dort in luftiger Höhe nebst dem Restaurant zusätzlich ein Seminarraum befindet.

Grösster Saal im Dorf

Kulinarisch kann das Hotel für die Tagungsgäste, die durchschnittlich drei Nächte bleiben, fünf verschiedene Restaurants anbieten, die sich vor allem auf Schweizer und italienische Spezialitäten konzentrieren. Gleichzeitig gibt es in dem von Gault Millau mit 15 Punkten bedachten Lokal auch internationale Gourmetkreationen. Der grösste Saal in Gstaad befindet sich nicht etwa im Dorf, sondern breitet sich im Hotel Palace mit freier Sicht über das Tal aus. Entsprechend vielfältig wird der traditionsreiche «Salle Baccarat» genutzt. Regionale und nationale Organisationen halten hier ihre Jahresversammlungen ab, zu Hochzeiten und anderen Festanlässen werden Galadiners serviert und Firmen präsentieren für ihre Kundschaft die neuesten Produkte und Dienstleistungen. Gstaad hat nie auf ein grosses Kongresszentrum gesetzt. «Wir positionieren uns als Boutique-MICE», charakterisiert Isabel Miguel die Rolle des Fünfsternehotels. Massenanlässe mit mehreren tausend Kongressteilnehmern würden weder ins Gstaad Palace noch ins Dorf passen.

Anzeige