«Hauptsache Emotionen? Das gefühlte Marketing!», lautete die Vorgabe von Uwe Tännler, Präsident der Vereinigung Swiss Marketing (SMC), für den diesjährigen Marketing-Tag, für den sich am 9. März 2010 erneut gegen 1000 Fach- und Führungskräfte im KKL in Luzern einfanden. «Bei diesem Thema dürfen wir nicht fehlen», meinte etwas ironisch Jan Remmert, Leiter Marketing von Post Mail, im Namen des Presenting Partner des Anlasses - schliesslich habe man in den letzten Monaten bewiesen, wie emotional selbst auf der obersten Chefetage der Post dieselbige abgehen könne.

Keynote Speaker James H. Gilmore, Co-Gründer von Strategic Horizons LLP in den USA, referierte zu Beginn und fasste dies mit den Worten des französischen Philosophen Blaise Pascal (1623-1662) zusammen: «Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.» Ob dies auch für das Engagement von Formel-1-Superstar Michael Schumacher als Werbeträger für Navyboot und Jet Set ausschlaggebend war, liess sich Überraschungsgast Philippe Gaydoul, VR-Präsident der Gaydoul Group, nicht entlocken. Der ehemalige Denner-Chef gestand jedoch ein, dass Luxus-Modemarken etwas emotionaler seien als eine Discount-Ladenkette.

Davor war die Reihe an verschiedenen gefühlvollen sowie gestenreichen Referaten: Wie «valiantastisch anders» Marketing sein könne, legte Michael Hobmeier, CEO der Valiant Bank, dar. Welchen Werbeeffekt das kürzlich eröffnete Vitrahaus haben solle, betonte Jens Peter Peuckert, Leiter Marketing Communication von Vitra. Beide nicht ahnend, dass David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Institute (GDI), alle Anwesenden zu mehr «yes, we can» und weniger «bullshit» auffordern würde. Hauptsache Emotionen, oder?

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Dazwischen wurden in vier Kategorien die siegreichen Unternehmen der Marketing-Trophy 2010 gekürt (siehe Fotos oben) - ebenso der Gewinner des Publikumspreises.