Aus alter Tradition verfügt jeder Kurort über einen Verkehrsverein, jede Region über ihre Tourismusorganisation und das Land vermarktet sich schliesslich international über die Dachmarke Schweiz Tourismus. Auf nationaler Ebene werden die finanziellen Mittel für den Marketingauftritt seit einigen Jahren gut gebündelt. Entsprechend erfolgreich operieren die Tourismuspromotoren auf dem ausländischen Parkett. Das hilft auch dem Seminar- und Kongressgeschäft. Die Destination Schweiz ist bei internationalen Tagungsveranstaltern und den Ausbildungsverantwortlichen in den grossen Weltkonzernen bestens verankert.

Im nationalen Bereich sind die Akquisitionskräfte allerdings noch vielerorts zersplittert. Da stehen die Interessen in einzelnen touristischen Brennpunkten dem gesamtheitlichen Ansatz bei der Vermarktung oft diametral gegenüber. Das muss nicht sein. Die Region St. Moritz/Engadin beispielsweise hat in diesem Winter mit einer gelungen Werbekampagne aufgezeigt, wie man das Super-Image des Nobelortes St. Moritz mit einem ganzen Bergtal in Verbindung bringen kann. Auch Marco Solari, Präsident von Tessin Tourismus, ist davon überzeugt, dass sich der Südkanton in einer gelungenen Kombination zwischen Ticino und den Markennamen Lugano, Locarno und Ascona vermarkten muss. Dabei gilt es exakt herauszufiltern, in welcher Weltregion der eine oder andere Markenname eine grössere Resonanz findet. Wichtig ist aber vor allem die Bündelung der finanziellen Ressourcen. Aufwendige Einzelaktionen von einzelnen Kurorten haben ausserhalb der Landesgrenzen keine Chance. Das gilt ganz speziell für das Geschäft mit Meetings, Incentives, Congress und Exhibition (MICE). In dieser Tourismussparte steht die Schweiz in einem scharfen Konkurrenzkampf mit anderen Nationen, die teils bedeutend mehr Gelder für die Werbung locker machen.

Schweiz Tourismus hat im MICE-Geschäft eine erste Basis gelegt. Jetzt gilt es, mit kreativen Angeboten und vor allem stark verbesserten Infrastrukturen die Aufmerksamkeit im Ausland zu wecken. Das neue Grand Hotel Dolder, einst unter den Top Ten weltweit platziert, setzt einen solchen Glanzpunkt. Und was folgt als Nächstes? Ein imposantes, neuzeitliches Kongresszentrum in Zürich hätte für die Schweiz eine ähnliche Magnetwirkung. Basel und Luzern haben in der Vergangenheit mit ihren Messe-, Kultur- und Tagungsbauten bereits einen kräftigen Akzent gesetzt. Das müsste sich in der Limmatstadt bis spätestens 2010 fortsetzen lassen.

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