Rund 50 CS-Kunden, die mit Lehman-Papieren Totalverlust erlitten hatten, bislang aber nicht entschädigt wurden, haben jetzt mit der Grossbank eine Einigung erzielt. Der Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer, der die Interessen der Kunden vertreten hat, zeigt sich zufrieden: «Die meisten wurden angemessen entschädigt, wir werden in dieser Sache jetzt nichts mehr unternehmen.»

Für die Credit Suisse ist der Lehman-Fall aber noch nicht ganz abgeschlossen. Andere Härtefälle werden noch überprüft. Zudem haben vier Kunden den Rechtsweg beschritten. Der erste Entscheid wird am 25. August 2010 vom Berner Obergericht gefällt.

Hohe Prozesskosten drohen UBS und CS jedoch nicht in der Schweiz, sondern in den USA. Dort ist das juristische Nachspiel der Finanzkrise in vollem Gang. Allein im 2. Quartal 2010 haben UBS und CS insgesamt Rückstellungen für Rechtsfälle von rund 1 Mrd Fr. gebildet: Die UBS hat 783 Mio Fr. zurückgestellt, die Credit Suisse 216 Mio Fr. Die Tendenz ist steigend, denn der Grossteil der Kosten wird erst noch auf die internationalen Banken zukommen. «Die meisten Sammelklagen im Zusammenhang mit der Finanzkrise dürften in ein bis drei Jahren beigelegt werden», erwartet Gerald Silk, Anwalt bei der New Yorker Anwaltskanzlei Bernstein Litowitz Berger & Grossmann. Die Credit Suisse sieht sich mit vier US-Sammelklagen konfrontiert, die UBS mit zwei.