Wallisellen hat eine neue Drehscheibe: Unmittelbar neben dem neuen langen und markanten Bahnhofsgebäude wurde Ende Mai 2010 mit einem grossen Volksfest die imposante Zentrumsüberbauung eingeweiht. Mit 5400 m2 Verkaufsfläche, 6000 m2 Bürofläche und 7000 m2 Wohnfläche setzt das Zentrum Mittim Wallisellen städtebauliche Akzente und bietet den Rahmen für einen pulsierenden Begegnungsort. Herzstück der Überbauung ist die halböffentliche Halle, die aufgrund der leichten Hangneigung auf zwei Ebenen angesiedelt ist und im unteren Geschoss nahtlos an den Bahnhofplatz anschliesst. Die Überbauung ist ein Ort, wo sich Menschen aus allen Richtungen treffen, wo Menschen arbeiten und wohnen.

Markante Aufwertung

Mit der Realisierung der neuen Drehscheibe hat Wallisellen sein Zentrum völlig umgestaltet. Das Bahnhofsgebäude und die Überbauung Mittim Wallisellen ersetzen ein Konglomerat aus Wohn- und Bürogebäuden, leerstehenden Lager- und Produktionshallen sowie Parkplatzflächen, das aus städtebaulicher Sicht nicht mehr zu überzeugen vermochte. Der Bahnhof als wichtiger Knotenpunkt erfährt eine markante Aufwertung. Gleichzeitig setzt Wallisellen auch in ökologischer Hinsicht ein deutliches Zeichen: Verdichtetes Wohnen und Arbeiten in energetisch innovativen Bauten mit optimaler Anbindung an den öffentlichen Verkehr - an dieser Grundidee orientierte sich die Gestaltung des Zentrums.

Entwickelt und erstellt wurde Mittim Wallisellen von der Firma Hänseler Immokonzept AG. Die Planer der Zentrumsüberbauung haben von Anfang an ein besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz und nachhaltige Energieversorgung gelegt. Bereits im Frühstadium der Planung haben sie den Kontakt mit EWZ Energiedienstleistungen gesucht, um eine ökonomisch und ökologisch überzeugende Energieversorgungslösung zu realisieren. Die Partnerschaft erwies sich als fruchtbar.

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Abwärme und Erdwärme

Die Zentrumsüberbauung Mittim Wallisellen mit ihrer durchmischten Nutzung wurde im Minergie-Standard erstellt und erfüllt damit die Anforderungen an energiesparende Bauten. Das Gebäude wird durch eine Energiezentrale mit Wärme und Kälte versorgt: Zum Heizen und zur Aufbereitung des Brauchwarmwassers wird Erdwärme genutzt, welche durch 34 Sonden gewonnen wird, die 250 m tief in die Erde führen. Die Erdsonden werden als Energiespeicher eingesetzt und sowohl für die Wärmeentnahme als auch für die Wärmerückgabe genutzt. Eine Wärmepumpe erzeugt die benötigte Wärme in der geforderten Temperatur. Ergänzt wird die Wärmeversorgung durch die Nutzung überschüssiger Abwärme aus der Kälteanlage des eingemieteten Grossverteilers. Einzig die Spitzenlast wird durch einen konventionellen Gasheizkessel abgedeckt. Insgesamt summiert sich der Wärmebedarf auf 1635 MWh pro Jahr.

Auch der Kältebedarf von 445 MWh pro Jahr wird durch eine elegante Lösung gedeckt: In der Übergangszeit wird zum Kühlen der Räume die Kälte genutzt, welche beim Betrieb der Wärmepumpe anfällt. Zusätzlich kann der Kältebedarf gedeckt werden, indem nicht genutzte Abwärme direkt über die Erdsonden an das Erdreich abgegeben wird. Zur Abdeckung der Spitzenlasten stehen Kältemaschinen zur Verfügung. Die Abwärme dieser Maschinen kann ebenfalls über die Erdsonden abgeführt werden. Der Einsatz von erneuerbarer Energie für die Wärme- und Kälteversorgung führt zu einer erfreulichen Bilanz: Beim Betrieb werden jährlich 1390 MWh fossile Brennstoffe eingespart, was einer CO2-Reduktion von 275 t pro Jahr entspricht.

Massgeschneiderte Lösung

Das EWZ war von Beginn weg an der Entwicklung dieser Energieversorgungslösung beteiligt und auch für den Bau der Energiezentrale zuständig. Auch nach der Übernahme der Überbauung durch die Firma Allreal bleibt das EWZ für den Betrieb der Energiezentrale verantwortlich. Damit ergeben sich für den Kunden verschiedene Vorteile: Das EWZ liefert eine definierte Menge an Energie, die zu ökologisch und wirtschaftlichen Bedingungen produziert wird. Allreal kann zudem den Betrieb und Unterhalt an einen kompetenten Partner auslagern, der über ein hohes technisches Know-how im Bereich Energieversorgung verfügt.

Basierend auf dem Leistungsauftrag der Stadt Zürich konzipiert und entwickelt das EWZ im Rahmen des Energie-Contracting zusammen mit seinen Kundinnen und Kunden massgeschneiderte Lösungen für die Versorgung der Gebäude mit Energie. Dabei plant und baut das EWZ die Energieversorgungsanlagen und ist verantwortlich für deren Betrieb. Die Kundinnen und Kunden zahlen dafür einen vertraglich festgelegten Preis, wobei die Verträge in der Regel 15 bis 30 Jahre laufen. Entscheidend für den Erfolg dieser Zusammenarbeit ist, dass bei der Umsetzung sowohl den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden - Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, effizienter Betrieb und kalkulierbare Kosten - als auch ökologischen Aspekten Rechnung getragen wird. Die Energie soll effizient genutzt und der Bedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Im Falle der Zentrumsüberbauung Mittim Wallisellen wurde das Ziel mustergültig erreicht, kann der Bedarf doch zu 85% mit erneuerbarer Energie gedeckt werden.

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