Wird Jelmoli in zwei börsenkotierte Gesellschaften aufgeteilt, in eine Immobilien- und in eine Investmentgesellschaft? Den Entscheid fällen die Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung am 5. November.

Bereits auf der ersten Seite der Informationsbroschüre zu dieser GV werden die Aktionäre gewarnt, dass «auch im Falle einer Zustimmung der GV zur Transaktion deren Vollzug ganz oder teilweise scheitern oder sich verzögern könnte infolge Anfechtung». Was durchaus möglich ist. Verwaltungsrat Walter Fust hat gedroht, dass er den Beschluss der GV gerichtlich anfechten wolle, falls nur die von Georg von Opel kontrollierte Pelham eine Prämie auf der Namenaktie erhalten sollte.

Der Markt zweifelt

«Eine solche Anfechtung könnte je nach Verfahrensverlauf zu einer Totalblockade der anvisierten Umstrukturierung führen», meint Rechtsanwalt Thomas Rihm, Partner der Zürcher Wirtschaftskanzlei Thouvenin. Eine gerichtliche Auseinandersetzung bis zur höchstrichterlichen Entscheidung könnte zwei Jahre dauern. Und könnte Fust tatsächlich gewinnen? «Für die Forderung von Fust spricht, dass im Grundsatz die Gleichbehandlung der Aktionäre gilt. Anderseits können Aktionäre ungleich behandelt werden, wenn sachliche Gründe vorhanden sind.» Ein solcher sachlicher Grund könnte der Kontrollverzicht von Georg von Opel sein. Da bei der Immobiliengesellschaft die Einheitsaktie eingeführt wird, soll Pelham mit einer Prämie von 18,2% auf seinen Namenaktien für den Verlust der Stimmenmehrheit entschädigt werden.

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Walter Fust hat bisher seine Forderung nach einer Prämie auf allen Namenaktien nicht zurückgezogen. Er will sich wegen «Börsenrelevanz» dazu nicht äussern.

Der Markt scheint nicht so recht an eine baldige Aufteilung zu glauben. Denn der Aktienkurs ist seit September auf Sinkflug. Der Glaube an eine Aufsplittung hätte dem Kurs Auftrieb gegeben. Zumindest wäre er schwächer gefallen als der SMI.

Mit der Immobiliengesellschaft würde das zweitgrösste Immobilienunternehmen der Schweiz geschaffen. Dieses Portfolio hatte früher auch schon Investoren zu gewaltigen Angeboten gereizt. 3,4 Mrd Fr. wollten die israelischen Investoren um Delek Blenheim dafür bezahlen. Diese bekamen aber bald kalte Füsse und zogen ihre Offerte zurück. Für ihr falsches Versprechen haben sie sich mit Jelmoli auf eine Vergleichsumme von 21,5 Mio Fr. geeinigt. Bisher wurde die Hälfte davon ausbezahlt.

Negativ für die neue Immobiliengesellschaft ist, dass die Risiken aus dem Rechtsstreit mit Tivona-Altaktionären bei ihr verbleiben. Daraus drohen Forderungen von 505 Mio Fr.

Fust seinerseits interpretiert die schwache Jelmoli-Kursentwicklung der letzten Wochen anders: «Die heutige Situation an der Börse ist eine derartige Katastrophe, dass die Entwicklung des Kurses der Jelmoli-Aktien harmlos ist. Der Markt scheint davon auszugehen, dass die Aufteilung an der GV angenommen wird.»

Bis zur GV wird weiter um gute Ausgangspositionen gepokert. «Es finden Gespräche mit verschiedenen Aktionären statt», heisst es dazu lakonisch bei Jelmoli.