Was haben das Kreuzfahrtschiff Queen Mary, das Grand Hotel Dolder und das Altersheim Rehetobel gemeinsam? Ihre Betreiber vertrauen alle auf die Grossküchentechnik eines Unternehmens, das in Bremgarten Pfannen, Kessel und Herde im High-End-Bereich herstellt. Damit lassen sich pro Tag problemlos 100 bis 85 000 Mahlzeiten herstellen – von standardisierten Essen in Kantinen bis hin zu ausgeklügelten Schlemmermenüs für luxusverwöhnte Yacht-Jet-Habitués.

Zum Neidisch-Werden

Beim Betreten des Show-Rooms sind sogleich die gross dimensionierten, aber durchgestylten Geräte zu sehen. Sie stehen da in Reih und Glied und in formvollendetem Design. Wer sich gerne in Küchen aufhält und zu dessen Passion das Komponieren von Gerichten gehört, erblasst vor Neid: Herde ohne Fugen, die man mit Putzlappen traktieren muss, die grosse Auswahl verschiedenster kulinarischer Programme, die je nach Kochgut auf einer Tastatur mit einer leichten Berührung abrufbar sind und Gerichte bei verschiedenster Komposition je nach gewünschtem Kochprozess garen, kochen, dünsten oder braten. So können die multifunktionell ausgerüsteten Kochapparate gleichzeitig während derselben Produktionszeit mehrmals für die Herstellung von verschiedenen Speisen verwendet werden. Und wenn die Speisen serviert sind, die Gäste schnabulieren und in der Küche normalerweise die grosse Reinigung beginnt, können die mobilen Elro-Küchengeräte wie Pfannen, Kochapparate und Arbeitstische nach Gebrauch aus dem Raum geschoben und in einer Art Hightech-Waschküche hochdruckgereinigt und sofort wieder zum Einsatz gebracht werden.

Tönt alles futuristisch, ist es aber nicht. Das erklärt, wieso sich Planer von anspruchsvollen Küchen, sei es auf Luxuslinern oder in Erstklasshotels, in Spitälern oder Kantinen, in Bremgarten eindecken. Elro-CEO René Föhn rechnet vor, dass die Preise für solche Anlagen – sie liegen im Schnitt eher im oberen Segment – rasch amortisiert werden können: «Durch einen äusserst sparsamen Umgang mit Energie und Wasser, durch weniger unproduktive Arbeit beim Reinigen, durch die Verkürzung von Kochzeiten bei hoher Qualität und Reproduzierbarkeit des Vorgangs.» Das heisst: «Bis zu 50% weniger Kochzeit, 20% weniger Energiekosten und 30% weniger Reinigungszeit.»

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Bei unserem Besuch lässt sich gerade eine Delegation aus Österreich von Elro-Starkoch Hubert Hartmeier über die Vorteile dieser neuen Generation von platzsparenden Küchengeräten informieren. Es riecht verlockend nach Roastbeef, Kalbsvoressen und Caramelcrème. Die ausländischen Gäste sind offensichtlich beeindruckt. Föhn scheint sich das gewohnt zu sein. «Wir sind weltweit technologisch führend», sagt er. Das Gros der Kreuzfahrtschiffe, die in den letzten 20 Jahren gebaut worden sind, hat in ihren Küchen thermische Geräte von Elro.

Zwei erfolgreiche «Schwestern»

Elro ist mit ihrer «Schwester», der SeaKing, unter dem Dach der TH-Industrieholding AG mit Sitz in Villars-sur-Glâne zusammengefasst. Deren CEO, Paul Fries, erklärt die enge fachtechnische und höchst erfolgreiche Beziehung dieser beiden Unternehmen: «Die SeaKing plant, liefert und installiert Catering-Systeme auf Kreuzfahrtschiffen und gehört zu den wichtigsten Kunden von Elro.»

Die beiden Töchter der TH-Industrieholding haben eine Art symbiotisches Verhältnis. Der Marktanteil von SeaKing auf dem Gebiet der Ausstattung von Kreuzfahrtschiffen liegt leicht tiefer als derjenige von Elro. SeaKing ist aber unbestrittener Marktführer. Ein Catering-System der obersten Qualitätsklasse, wie sie SeaKing-Kunden erwarten, kostet 10 bis 20 Mio Fr. Dafür werden nicht nur eine erstklassige Produktverarbeitung und hygienische Standards, sondern Bedienungsfreundlichkeit, Service und Einsatzbereitschaft rund um die Uhr an 365 Tagen garantiert.Sowohl Fries wie Föhn machen deutlich, dass sie bei ihrer Expansionsstrategie auf Bewährtes setzen: Internes und externes Wachstum. Intern tüfteln hoch qualifizierte Kochprofis und Ingenieure stets nach noch raffinierteren und energie- sowie arbeitstechnischen Verbesserungen. Extern kommen neue Absatzgebiete mit kaufkraftkräftigeren Kunden dazu. Das gilt vor allem für den Nahen Osten.

Das Potenzial ist gross

Aber auch wenn der Bereich Luxus in Erstklasshotels oder auf Kreuzfahrtschiffen ausgeklammert würde: Nur schon ein Blick auf die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen – auch in Spitälern und Heimen – genügt, um das Potenzial für Kochgeräte zu erahnen. Planer und Politiker erkennen dieses, sobald sie die Lebenszykluskosten einer solchen Anschaffung berücksichtigen.

Neben der Langlebigkeit und Wartungsarmut wird eine Ersatzteilgarantie bis zu 15 Jahre nach Serienende zugesichert. Am Ende des Besuchs bleibt nur ein Wermutstropfen: Ein Normalsterblicher wird nie für sich und seine Gäste in dieser Traumküche kochen können.